Mein Baby wird 5 Jahre alt

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Willkommen zurück bei Anna im Backwahn!

Wie fängt man an, wenn man eine ganze Weile draußen war? Zuerst einmal vielen Dank an alle, die trotz der Babypause (wir erinnern uns) hier immer wieder rein geschaut haben. Und nein, die Überschrift bezieht sich nicht auf unseren Sohn, der im Mai zur Welt kam, sondern auf mein Blogbaby hier. Denn Anna im Backwahn wurde fast zur selben Zeit fünf Jahre alt. Mein erster Gedanke dazu: „Wow!“ Mein zweiter: „Das ist die längste Beziehung, die ich je hatte!“ Und imBackwahn ist immer noch da, irgendwie. Und ich hab immer noch Lust drauf. Das war leider nicht immer so.

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Im ersten Halbjahr von 2014 hatte ich schon den ersten Durchhänger. Da gab ich in fünf Monaten vier Bloggerworkshops und vier Tortenkurse. Ach ja und nen Vollzeitjob hatte ich ja auch noch. So waren meine Akkus im Sommer doch recht leer und ich hab mich im Urlaub mit meinem Mann schön erholen können. Es gab wieder mehr Posts hier bis zu dem Punkt, an dem ich schwanger wurde, was so ziemlich genau ein Jahr her ist (Muddi-Satz Nr.1: Wie die Zeit rast!)

In den ersten Monaten war mir so schlecht, dass ich mich weitesgehend aus der Küche ferngehalten habe. Und meine Tage waren oft auch direkt nach dem Heimkommen von der Arbeit zu Ende, denn ich bin vor lauter Müdigkeit direkt ins Bett gekrochen. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft hatte ich wieder mehr Energie und ich hab viel unternommen und sogar ein paar Weihnachtsposts auf die Beine gestellt. Da war ich doch sehr stolz auf mich, denn mein Kopf hat sich in erster Linie mit Babyklamotten und Zimmereinrichtungen beschäftigt. Und mit Essen. Was man halt so macht vor Weihnachten.

1. Anna im Backwahn für Innenaussen.com_Christmas Sweet Table_

Zum Ende des zweiten Trimesters haben Herr M. und ich uns noch eine Reise in den Osten gegönnt, haben Sarah besucht und ein paar Kuscheltage auf Rügen verbracht. Die Fahrt kann man in 9 Stunden von Stuttgart aus oder aber auch in 12-13 Stunden schaffen. Jetzt ratet mal, welche Option man mit einer Hochschwangeren an Board („Ich muss pieseln!“) wählt.

Anna im Backwahn Sellin Seebrücke

Und dann kam die Zeit, in der ich nicht mehr so lange stehen konnte (= nix mit Kuchen backen und fotografieren) und in der das Tippen weh tat (verfluchte Wassereinlagerungen). Also verordnete ich mir auch hier wieder eine Zwangspause. Und das, obwohl ich wusste, dass es noch schwieriger sein wird, wenn das Baby erst mal da ist. Heimlich hab ich mich gewundert, ob andere Bloggerinnen einfach disziplinierter oder organisierter sind als ich.

Und tatsächlich war es so. Er kam, schrie und wollte nur essen und schlafen. Und obwohl ich ihn auch locker nur den ganzen Tag angucken könnte, juckt es mich so langsam wieder in den Fingern. Denn in all der Zeit war ich ja nur auf meinem eigenen Blog passiv. Ich habe weiter bei anderen gelesen, kommentiert, mich an Diskussionen in Fb-Gruppen beteiligt und auch fleißig auf Instagram meinen Alltag geteilt.

Was zu den Umständen in meinem Privatleben hinzu kam, war die Tatsache, dass ich ein bißchen die Lust am Bloggen verloren hatte. In der sogenannten Blogosphäre bin ich viel von den semi- bis hin zu hoch-professionellen Bloggern umgeben. Das sind die, die von Firmen engagiert werden, um für sie auf Reisen zu gehen oder auf Messen zu kochen. Zu denen gehöre ich nicht, fühle mich aber ab und zu klein daneben. Das nimmt einem die Motivation. Dazu kommt, dass es jeden Tag gefühlt 100 neue Blogs gibt, die von Tag 0 an professionellere Bilder und Artikel raushauen als ich sie jemals zustande bringen würde. Wenn ich da an die Schnappschüsse in meiner kleinen Dachgeschosswohnung vor 5 Jahren denke.

Damals, als ein einfacher Käsekuchen noch Begeisterungsstürme entfacht hat und ich beim Zeigen meiner neuen Tortenplatte nicht dazu schreiben musste #keineWerbung, weil ich sie mir selber im Tante Emma Laden ums Eck gekauft hatte. Heute gibt es sowohl unter den Motivtortenmenschen als auch unter den Foodbloggern wahre Künstler, so dass ich mir nicht sicher bin, ob jemand meine Artikel überhaupt noch interessieren. Ich hab kein Buch gemacht, ich bin nicht das Werbegesicht einer Firma, es gibt vielleicht nur ein oder zwei Artikel in der Presse über mich. Ganz offensichtlich bin ich nur ein kleines Licht in der Bloggerwelt.

Und wisst ihr was? Ich finde das gut so. Das nimmt den Druck raus. Das lässt mich das Ganze ab hier mit mehr Spaß angehen. Ich zeige euch nur noch Sachen, die mir gefallen (war früher auch schon so, aber da wollte ich zusätzlich immer noch ein Hammerding nach dem anderen raushauen). Das sind dann so einfache Sachen wie Apfelkuchen, auf Teller fotografiert. Ich habe nicht die Zeit, große Sets aufzubauen oder Kuchen zu backen, die mich mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Priorität ist immer der Kleine da drüben in Papas Arm, alles andere muss sich nach ihm richten. Und bevor die nächste Frage kommt: Nein, hier wird’s nicht viel Mama-Content geben. Ab und zu vielleicht einen Artikel zum Thema Anschaffungen oder ähnliches. Aber mehr nicht, denn auf meinem Blog wird nicht über Pro/Contra der üblichen Mama- oder Eltern-Themen diskutiert, denn meine Erfahrung zeigt, dass diese Diskussionen eine Endlosschleife sind. Natürlich habe ich zu allem eine Meinung und bis zu diesem Punkt auch eine Erfahrung, aber ich bin klug genug, um diese für mich zu behalten. Oder um es mit meinem Mantra zu sagen: Jedes Kind ist anders, Ooohhhm.

Ach ja, was es auch nicht geben wird, sind Fotos von unserem Sohn – nirgends im Internet. Auch dazu gibt es eine Diskussion. Und eine Meinung. Und wir gehen eben diesen Weg.

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Wie geht es also weiter? Ein bißchen Kuchen, ein bißchen Reiseberichte, ein bißchen Events (im September ist schon wieder einiges los) und wie immer alles mit viel Anna gewürzt. Ich freu mich also über jeden, der in Zukunft wieder ab und zu reinschauen mag.

Ein Wochenende in Köln inklusive toller Teatime im Savoy

Zu meinem Geburtstag im November hatte Herr M. mir einen Besuch in der Harry Potter-Ausstellung in Köln geschenkt. Da es sich nicht lohnt, nur für eine 1 1/2h-Ausstellung von Stuttgart nach Köln zu fahren, und da wir eh mal wieder einen Tapetenwechsel brauchten, haben wir uns für die Woche zwischen Weihnachten und Silvester zwei Nächte im Super-Super-Schickimicki-Hotel Savoy in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofes gegönnt. Für Herrn M. war die Aussicht auf den Spa-Bereich im Untergeschoss besonders verlockend, ich hingegen wollte die Teatime ausprobieren. Also haben wir diese im Voraus direkt für eine Stunde nach unserer Ankunft reserviert. Und das war das Beste, was wir machen konnten. Denn nichts lässt einen im Kurzurlaub so gut ankommen, wie diese Teatime.

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Die Teatime findet in der Kaminlounge im Erdgeschoss statt. Wie wir heraus fanden, gilt dieses Angebot nicht nur für Hotelgäste, nein, man kann auch als ganz normaler Gast buchen und auch Gutscheine verschenken. An den Tischen neben uns saßen Ehepaare mit Schwiegermuttis, Mädelsrunden und befreundete Ehepaare, die sich in den Sesseln entspannten. In Vorbereitung auf die Tage im Savoy hatte ich Bedenken wegen der Kleidung, Schickimicki besitze ich zwar, hatte aber eher auf Casual Schick gesetzt, da wir ja ansonsten eher beim Shopping draußen unterwegs waren. Allerdings waren meine Bedenken völlig unnötig, denn von Jeans und Pulli über Blüschen und Rock bis hin zu Anzug war alles dabei.

Jetzt aber zur Teatime selbst. Unser Fazit vorweg: Unglaublich schön! Diese zwei Stunden am Kamin haben wahnsinnig gut getan. Noch Tage später haben mein Mann und ich gerätselt, warum die Teatime so entspannend für uns war. Es fängt an bei den Räumlichkeiten. An einem modernen Kamin sitzt man in schicken Ledersesseln oder barock angehauchten Sofas. Obwohl direkt vor dem Fenster eine Baustelle war und der Hauptbahnhof in Reichweite liegt, kriget man von all dem nichts mit. Durch die dunklen Vorhänge kommt nichts durch. Man wird freundlich begrüßt und gefragt, ob man denn schon mal da war oder ob sie das Prinzip der Teatime nochmal kurz erklären soll. Da dies unsere erste Teatime war, wollten wir alle Infos haben, die es gab. Es wurde eine Etagere (ICH LIEBE ESSEN AUF ETAGEREN!!) angekündigt, auf der sich folgende Leckereien befinden: Sandwiches mit vier verschiedenen Aufstrichen (Lachs, Frischkäse mit Gurke, Meerettich und Käse/Schinken), Obsttörtchen und dreierlei Petit Fours. Dazu sollte es Scones, Erdbeer- und Orangenmarmelade und Clotted Cream geben. Clotted Cream ist am ehesten vergleichbar mit Crème fraiche, ähnlich vom Fettgehalt, aber sanfter in der Textur. Diese Kombi ist Teil einer traditionellen Teatime. Zu dem Thema Tee haben wir gelernt, dass man in einer Teatime von einem schwächeren Tee (z.B. Eral Grey) zu einem stärkeren Tee (z.B. Assam, beide schwarze Tees) im Verlauf der Stunden aufsteigt. Herr M. hat das dann auch gemacht und fand das richtig gut. Er ist aber auch Teeliebhaber, während ich eher Kaffeetrinker bin. Ich hätte auch einen Cappuccino haben können, wollte das Gesamtbild aber nicht zerstören und habe mich für Roiboos entschieden. Die Tees kamen in Kannen mit Stövchen, was ich ja als Gemütlichkeit schlechthin empfinde. Zum Tee gab es dreierlei Zucker, was besonders meinen Mann freute, der Kandis über alles liebt. Ihr seht also, man kann sich auch an kleinen Dingen freuen.

IMG_3658 (Blick aus dem Café, neben dem Kaminzimmer)

Und so saßen wir da also und schlemmten uns durch die Etagere (ICH LIEBE…na ihr wisst schon) und freuten uns diebisch darüber, dass wir nicht dem Drang nachgegeben haben, eine fettige Pommes auf der Autobahnraststätte zu essen. Denn jedes einzelne Teil war unsere Aufmerksamkeit wert. Ich muss ja immer mit dem Herzhaften beginnen, habe also von jeder Sorte Sandwich eins gegessen, dann mit einem Petit Four zwischengestoppt, mit einem über und über mit Marmelade und Clotted Cream beschmierten Scone weitergemacht, bevor ich mich ins Obsttörtchen gestürzt habe, das unter der Haube voll leckerer Früchte ein Traum aus Biskuit, Marzipan und Creme enthüllte. Dazu reichlich Tee und entspannte Gespräche mit meinem Mann, wozu wir in der Vorweihnachtszeit irgendwie nie kamen.

Ihr seht schon, selbst aus der Erinnerung heraus erfüllt mich dieser Nachmittag immer noch mit soviel Freude, dass ich platzen könnte. Nach zwei Stunden saßen wir zurück gelehnt in unseren Sesseln, waren satt und zufrieden (und die Etagere war nicht mal ganz leer) und wollten gar nichts mehr von dieser Welt.

Dabei war das erst der Anfang unseres Mini-Urlaubs. Am nächsten Tag haben wir uns ins Getümmel gestürzt, sind shoppen gegangen, haben Steak zu Mittag gegessen, noch lecker heiße Schokolade im hoteleigenen Café getrunken (Achtung, Megapreise!) und haben den Nachmittag im Spa ausklingen lassen. Vor lauter Entspannung waren wir abends so erschöpft, dass es nur noch für eine Bestellung beim Zimmerservice gereicht hat.

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Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück dann endlich zum eigentlichen Programm: zur Harry Potter Ausstellung im Odysseum. Für richtige Fans lohnt es sich auf jeden Fall. Und auch Herr M., den ich erst dieses Jahr mit der Potter-Mania angesteckt habe, war begeistert.

Meine zwei Tipps für Köln also: die Teatime im Savoy und für Fans die Harry Potter Ausstellung (bis 1. März). Und nur falls sich jemand fragt, dieser Post ist nicht gesponsert und meine Begeisterung ist sowas von echt 😉

Meine Freitagsrunde #9

In dieser Woche habe ich wieder einige Ideen für kommende Projekte gehabt und war dementsprechend auf Recherche im Netz unterwegs. Da ja nicht mehr so viele Monate in diesem Jahr übrig sind und ich nicht zu viel machen will, muss ich jetzt schon mal gut durchplanen.

  • Einer der Links, über die ich dabei gestolpert bin, war dieser mit vielen tollen Ideen und einer riesigen Linksammlung für Lunchboxideen (Engl).
  • Auf ihrem Blog Backlinse hat Heike diese Woche von Kooperationen gesprochen. Ich fand’s super interessant, dies mal aus der Sicht eines Unternehmers zu lesen. Heike spricht viel von Zusammenarbeit, von win-win-Situationen und von dem Vergessen, dass möglichst jeder seinen Vorteil sieht, wenn kreative und wunderbare Menschen aufeinander treffen.
  • Bine von Was Eigenes beschreibt ganz gut das Gefühl nach vier Wochen Urlaub, freien Tagen und weg vom Alltag. Es fühlt sich komisch an, wieder in den Trott zu kommen. Und gleichzeitig hat man viel Energie getankt und nimmt sich so vieles vor. Deswegen sage auch ich byebye Sommer und willkommen Tatendrang!
  • Und dann ist da noch die Miri, die Powergucklerin. Und plötzlich erwischt man sich dabei, wie man selber alles und jeden guckelt.

Das Foto der Woche zeigt euch den Frühstückstisch bei meiner Schwester. Nachdem wir einige Laugenmäuschen verdrückt hatten, lungerten wir für ein paar Stunden auf ihrer Couch rum und schauten Kochsendungen an, während es draußen ordentlich regnete. Perfekter Herbsttag würde ich sagen.

Anna im Backwahn Frühstück