Wie plane ich einen Candy Table?

Candy Tables oder übersetzt: Tische voller Süßigkeiten farblich abgestimmt oder passend zur Mottoparty sind seit vielen Jahren schon fester Bestandteil von Feierlichkeiten in den USA. Hier in Deutschland kommt dieser Trend seit ein paar Jahren auf. Ich mag diesen Trend sehr gerne, weil man einem Fest damit ein schönes Zentrum gibt. Der Candy Table ergänzt ein normales Buffet; man kann ihn als Dessertersatz oder einfach zusätzlich aufbauen. Meine Erfahrung sagt allerdings, dass besonders für Erwachsene der Faktor „Einmal Süßigkeiten für eine Mark“ wie damals im Tante-Emma-Laden ausschlaggebend ist. Und auch Kinder langen bei einer schönen, bunten Auswahl gerne zu.

Ein typischer großer (*s.u.) Candy oder auch Sweet Table besteht eigentlich aus Kuchen, Cupcakees und üßigkeiten. Da es aber auf verschiedenen Festen wie z.B. einer Hochzeit ja oft extra Kaffee und Kuchen gibt, bietet sich als Ergänzung eben ein Tisch nur mit Candys an. Mit Torte und Cupcakes lassen sich natürlich noch zusätzlich schöne Farbkonzepte aufstellen. Für einen solchen Sweet Table als Nachtisch empfiehlt sich folgende Rechnung: 1,5 Portionen Kuchen und 150gr Candy pro Person. Wenn man einen Sweet Table nachmittags als Kaffeetafel serviert, rechnet man mit 2,5 Portionen Kuchen und 200gr Candy pro Person.

Auf meinen Social Media Kanälen habe ich mal rumgefragt, ob denn Interesse besteht, dass ich die Planung eines solchen Candy Tables in einen Artikel packe. Die Antwort war sowas von JA! Und da ich vor ein paar Wochen einen Candy Table für die Hochzeit von Freunden geplant habe, kann ich euch mit ein paar Infos und passenden Fotos versorgen.

Die Candys

Süßigkeiten für einen Candy Table sollten immer in loser Form angeboten werden, also in kleinen Portionen. So kann man „von allem ein bisschen“ nehmen. Oder auch „nur noch eins“.

Ich plane pro 10er Gruppe Gäste vier verschiedene Süßigkeiten mit je 400 Gramm. Oder auch zwei verschiedene Süßigkeiten mit je 800 Gramm. Für die Hochzeit meiner Freunde hatte ich 5-8 verschiedene Süßigkeiten je 800 Gramm geplant, es sind dann aber doch 10 geworden. Meiner Meinung nach sehen gut gefüllte Gläser schöner aus als welche, die nur so viel enthalten, wie vielleicht auch gegessen wird. Jedoch ist bei jedem meiner Candy Table bisher immer viel übrig geblieben. Natürlich muss man damit rechnen, dass nicht jeder viel davon isst. In der Woche danach durften sich immer die Kollegen über die Reste freuen.

Natürlich sind die Gramm-Angaben besonders dann schwierig, wenn man Süßigkeiten aus verschiedenen Kategorien anbietet. Und das würde ich auf jeden Fall empfehlen. Ich achte immer darauf, dass folgende Kategorien dabei sind: Schaumware weich (Marshmallows), Schaumware hart (wie z.B. die Pilze oder die Bananen auf dem Bild), Bonbons, Gummiware (z.B. Gummibärchen, Gummischnüre, Apfelringe, Colaflaschen), Kaubonbons, Schokolade (muss man im Sommer abwägen), Lollis (meist um noch etwas in der richtigen Farbe zu ergänzen).

Wenn man einen Candy Table in einer bestimmten Farbe oder Farbkombi organisieren will, kann es ziemlich frustrierend sein, die richtigen Farben zu finden. Deswegen nehme ich mir immer mindestens 4 Wochen für die Vorbereitung und suche im Großmarkt (besonders gut für Großpackungen), in verschiedenen Supermärkten und in speziellen Konfiserien. Hier in Stuttgart gibt es im Breuninger den „Süßigkeitentunnel“, wo man Süßigkeiten nach Gramm und nach Farbe kaufen kann. Jeder, der in Stuttgart lebt, kennt diesen Tunnel. Und auch die Preise 😉 Dort kaufe ich also nur ein, wenn ich gar nicht weiter weiß.

Natürlich kann es vorkommen, dass das Brautpaar oder das Geburtstagskind eine ganz bestimmte Süßigkeit wünscht und die gerade mal gar nicht ins Farbkonzept passt, so wie hier die Bananen. Die bringe ich dann in blickdichten Gefäßen mit Deckel unter.

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Die Gefäße / Bonbongläser

Ganz klassisch sind natürlich Bonbongläser wie die Geriffelten auf dem Foto. Die sehen schön aus – vor allem mit Deckel, sind aber je nach Befüllung unpraktisch, weil sie einen engen Rand haben und man mit Schaufeln nicht so gut rein kommt.

Deswegen greife ich gern zu Glasschüsseln oder -vasen in verschiedenen Breiten und Höhen, die eine weitere Öffnung haben. Die bekomme ich recht günstig bei I*kea, D*epot, N*anuN*ana oder S*trauss. Ich persönlich mag es, wenn der Tisch eine bunte Mischung aus verschiedenen Materialien bietet. Hier seht ihr Blech, Porzellan und Glas. Sollte der Tisch eher linear und „ordentlich“ aufgebaut werden, bietet es sich an, mehrmals die gleichen Gefäße zu benutzen, z.B. in der ersten Reihe nur Glas, vielleicht sogar nur das gleiche Glas für verschiedene Befüllungen.

Durch die Wahl der Gefäße erzielt ihr das, was einen Candy Table optisch interessant macht: verschiedene Höhen. Vorne kommen die kleinen Gefäße hin, mittig die Mittleren und hinten die Großen. Von links nach rechts könnt ihr die Linien unterbrechen, indem ihr auch hier die Gefäße zum einen unterschiedlich in Form als auch in Größe wählt. Einen großen Candy Table *s.oben würde man mit einem Zentrum austatten (z.B. einer Hochzeitstorte oder einem Kuchen auf einer Tortenplatte) und alles andere drumherum arrangieren. Bei dem pinken Candy Table habe ich das Element ein bißchen mit der weißen Etagere aufgenommen. Ansonsten finde ich es schön, wenn die Gefäße eher assymetrisch und nicht zu ordentlich aufgestellt werden.

Bei diesem Candy Table habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Schütt-Süßigkeiten wie kleine Schokolinsen, die man mit einer Schaufel raus holt, besser nicht hinten hingestellt werden sollten. Durch den Winkel, mit der man die Schaufel halten musste, um eine Portion raus zu holen, ging leider einiges daneben und landete hinter dem Tisch. Den Kaugummiautomat hätte ich eigentlich gerne hinten hingestellt oder auch mittig als Zentrum, da aber dann die Kinder nicht richtig rangekommen wären, habe ich ihn dezentral vorne rechts platziert.

Wie plane ich einen Candy Table?

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Deko und Accessoires

Mit der Deko schafft ihr den Gesamteindruck für einen Candy Table. Hier könnt ihr euch total austoben, was die Farben angeht. Jedoch sollte eine gewisse Balance gehalten werden. Weiß ist immer ein guter Ausgleich, selbst wenn es nicht Teil des Farbkonzepts ist. Auf einer Hochzeit würde ich den Candy Table immer mit weißen Tischdecken kombinieren, das gibt dem Ganzen eine edle Note. Muss es nicht so schick sein (wie z.B. auf unserer Hochzeit) reicht eine bunte, farblich passende Tischdecke aus Stoff oder auch aus Stoffvlies (ähnlich den hochwertigen Einwegservietten) auf dem Tisch. Wir haben hier eine Kombi aus weißen Tischdecken vom Restaurant und pinken Stoffvlies-Läufern verwendet. Soll das Ganze recht rustikal wirken, bietet sich natürlich auch (im entsprechenden Umfeld) der schöne Holztisch an.

Das Farbkonzept kann mit Dekoelementen wie Pompoms, Wabenbällen, Girlanden oder auch Blumen ergänzt werden. Besonders rund wird das Ganze wenn sich die Blumen- und andere Deko aus dem Raum sich am Tisch wieder findet. Für den pinken Candytable hat die Braut extra eine Girlande mit dem Schriftzug CANDY gebastelt, es kann aber auch eine einfache Girlande aus Krepppapier sein. Deko wirkt natürlich besonders schön, wenn sie vor einer einfarbigen Wand aufgehängt wird. Allerdings hat man nicht immer die Wahl, wo der Candy Table steht und so macht man das Beste draus. Wir haben die Girlande einfach an den  Gardinenschnüren angebracht.

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Eine praktische und gleichzeitig dekorative Ergänzung können Schilder für die Gefäße sein, auf denen ihr aufschreibt, was wo drin ist. Hier seht ihr Tafelschilder, die leider trotzdem nicht zum Einsatz kamen, da die Gefäße am Rand nicht glatt waren und somit die Klammern nicht hielten. Ich hatte noch Garn und Anhänger eingepackt, da die meisten Süßigkeiten sich aber selbst erklärten, habe ich die weg gelassen.

Um die Süßigkeiten aus den Gefäßen zu holen, braucht es natürlich Werkzeug. Ich mag besonders kleine Schaufeln. Für den pinken und den gelben Candy Table, hatte ich das Glück, die Schaufeln von meinen New York Reisen mitbringen zu können. Dorrt habe ich nur ein paar Dollar dafür gezahlt. Hier in Deutschland sucht man vergeblich nach solchen Schaufeln. Deswegen würde ich hierfür so kleine Blechschaufeln empfehlen, die ich früher als Kind in meinem Kinderkaufladen hatte. Die haben die richtige Größe. Ergänzt habe ich das Werkzeug um kleine Zangen aus Bambus, die ich schon letztes Jahr für unsere Hochzeit im Großmarkt im 100er Pack gekauft hatte. Die findet man bei den Werkzeugen für Fingerfood.

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Was ihr dann noch braucht sind Behälter, in denen die Gäste ihre Schätze sammeln können. Die Becher (gestreift) und Tüten (gepunktet) habe ich auch aus den USA mitgebracht, aber mittlerweile findet ihr in vielen verschiedenen Deko-Onlineshops tolle Tütchen und Behälter unter Verpackungen oder Partyzubehör. Falls ihr keine in den Farben des Farbkonzepts findet, würde ich lieber zu weißen Behältern greifen, das geht immer.

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 Sonstiges: Papeterie und Kisten

Kisten sind meine heimlichen Lieblinge auf Candy Tables. Um die bereits erwähnten verschiedenen Höhen zu erreichen und trotzdem keine Riesengefäße verwenden zu müssen, sind Kisten die richtige Lösung. Je nachdem, in welche Richtung die Öffnung zeigt, kann man etwas anderes oben drauf stellen, innen rein oder eine Treppe bauen. Für den pinken Candy Table habe ich Flaschenkisten mit Einteilungen gekauft und weiß lackieren lassen (Danke, lieber Herr M.) und habe darin bereits mit Candys gefüllte Smoothiebecher reingestellt. Die konnte man dann entweder direkt raus nehmen oder, so wie wir, hinterher mit auf’s Zimmer oder für die Heimfahrt mitnehmen.

Auf unserem Hochzeits-Candy Table haben wir Weinkisten verwendet, um verschiedene Ebenen auf dem Tisch zu erzeugen.

Papeterie ist ein Thema, das ich meist vernachlässige. Ich selber bin nicht so begabt, was Grafik angeht und bisher gab es keine Gründe, den Candy Table damit zu ergänzen. Allerdings finde ich es wunderschön, wenn es schöne Kärtchen im selben Design wie z.B. die Einladungskarten gibt, die an den Gläsern stehen.

Besonders für Kindergeburtstage oder Mottoparties würde ich wirklich zu Papeterie greifen. Da gibt es die Möglichkeit von Caketoppern oder Cupcaketoppern, Girlanden mit Superhelden oder die Zahl des Geburtstages auf Anhängern. Mittlerweile gibt es dazu tolle Vorlagen im Internet. Das heißt dann Freebie und ihr braucht nur Papier und einen Farbdrucker dazu. Dann auf einen Schaschlikspieß kleben und schon habt ihr noch ne schöne Deko.

Und jetzt gibt es noch ein paar Eindrücke vom pinken Candy Table für euch.

Danke an Alicia von Cake Decoration* für die kostenlose Zusendung der pinken Kaugummis. (*Werbung) Die kamen wirklich gut an in dem pink angesprühten Kaugummiautomaten.

Anna im Backwahn Candy Table Pink (4)

 

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8 Gedanken zu “Wie plane ich einen Candy Table?

  1. Liebe Anna,

    deine Tips sind wirklich hilfreich da ich gerade meine HochzeitsCandyBar plane 🙂
    Leider finde ich im Internet nirgends dieses „Spitzen“ Band zum kleben, hast du einen Tip wo ich das bestellen kann?
    Auch deine Dokumentation über deine eigene Hochzeit war wirklich inspirierend! Und dann sehe ich dass du ein gelben Spitzenjäckchen trägst… OMG… wo hast du das her? Ich suche seit Wochen etwas brauchbares zum drüber ziehen und nichts gefällt so richtig.

    Ick freu mir auf Input von dir 🙂 !

    Herzliche Grüsse

    Tina

  2. Liebe Anna,
    vielen Dank für die tolle Beschreibung – auch wenn sie schon eine Zeitlang her ist… Ich plane gerade meinen ersten Candy table und kann deine Tipps wirklich supergut brauchen. Danke!!!
    LG aus Graz,
    Carmen

  3. Vielen Dank. Der Post ist wirklich sehr hilfreich. Zwar bin ich nicht gerade am Planen eines, aber jetzt hab uch echt Lust mal sowas zu machen. Ich hoffe es bietet sich bald mal einen Gelegenheit. Und dann werde ich bestimmt nochmal im Post nachlesen worauf man achten muss. Wirklich ein sehr guter Beitrag. Und die pinke Version ist dir besonders gut gelungen. Gefällt mir sehr und dem glücklichen Paar bestimmt auch.
    Liee Grüße
    Gesine

  4. wow wow wow ich bin im 7 Himmel *freu*
    Der Candytable sieht suuuuuper schön aus, und 1000 Dank für die ganzen
    Erklärungen und Tipps, ich habe beisher noch nicht das Vergnügen gehabt einen Candytable zu bauen. Besser gesagt noch keine rechte Gelegenheit^^ Jetzt weiß ich ja auf welchen Blog ich Tipps und Inspiration finde. Werde deinen Blog mal schnell im Dashboard bei Blogger eingeben.
    Liebe Grüße
    manja

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