Von Juli inspiriert – für mehr Ehrlichkeit auf dem Blog. Und deswegen heute: Meine Angst vor Lebensmitteln.

Juli von HeimatPOTTential hat heute über Ehrlichkeit gesprochen. Und darüber, dass ihr diese manchmal auf ihrem Blog fehlt; dass alles eher recht fröhlich und locker-flockig zugeht; hier ein Blumenstrauß, da ein Sonnenuntergang. Oder um in Backbloggersprache zu sprechen: hier ein Cupcake, da eine Torte. Ich selber sehe das nicht ganz so eng. Mein Blog ist meine Party und auf der zeige ich euch schöne Dinge, über die ich mich freue, die ich geschaffen habe oder die mich ausmachen (sehr privat natürlich: meine Hochzeit). Aber das Motto hat ja auch noch einen zweiten Teil: It’s my party and I cry if I want to! Nämlich! Ab und zu mache ich das hier ja auch und haue mein wimperntuscheverschmiertes Ich raus. Der Grund, warum dies in letzter Zeit nicht so oft vorkam, ist zum einen meine fast schon erschreckende Ausgeglichenheit in den letzten Jahren. Alles, was ich mache, macht mir Spaß; alle Menschen, mit denen ich mich umgebe, tun mir gut; mein Selbstbewusstsein hat seinen Platz gefunden. Ich möchte nicht behaupten, dass mein Mann der Grund dafür ist, aber sein Wesen und unsere Art eine Beziehung zu führen, tragen einen großen Teil dazu bei.

Abgründe gibt es trotzdem genug in meinem Leben, nur lasse ich die nicht mehr so nah an mich rankommen. Von einem möchte ich euch heute erzählen.

Ich habe Angst vor Lebensmittel. Seltsames Geständnis als Foodbloggerin, nicht? Also meine Angst gilt nicht allen Lebensmitteln, sondern denen, die nicht mehr frisch sind – nach meinen Maßstäben. Ein Beispiel: Wir kaufen am Freitag Lyoner für’s Wochenende, es bleibt ein Rest und der Mann will diese auf unsere Vesperbrote am Montag drauf machen. Kann ich nicht, mag ich nicht, ist mir zu lange offen. Ebenso mit Leberwurst in der Dose. Allgemein Wurst und auch Fleisch. Käse ginge noch ein Tag länger. Offene Milchprodukte sind 4-5 Tage okay, wenn es H-Produkte sind. Joghurt, Quark und ähnliches nur 2 Tage. Auch frisch gekochtes Essen kann ich nur 2 Tage lang noch essen. Bolognesesoße vom Freitag am Montag essen? Nicht in meiner Welt. Bei den vielen hundert Kuchen, die ich in meinem Leben schon gebacken habe, habe ich nicht ein Mal die Schüssel ausgeschleckt. Und wenn ich Teig am Finger habe, wasche ich den ab. Rohes Ei? Nicht mit mir!

All das bezieht sich auf Essen in meinem Haus, in meinem Kühlschrank. Da hab ich die Hand drauf, da weiß ich immer, ich wiederhole IMMER, wann etwas geöffnet wurde. Und wenn der Frischkäse dann schon die halbe Woche offen ist, muss der Mann den Rest der Woche Frischkäse auf’s Brot schmieren. Aber das ist ein Opfer, das er gerne bringt.

Schwieriger ist es, wenn ich draußen in der Welt bin. Es gab Jahre, da konnte ich nicht im Restaurant und erst recht nicht in Imbissen essen, da meine – ja, ich nenne es so – Paranoia zu mir sagte „Du weißt nicht, ob die vorher die Hände gewaschen haben; wie die ihr Fleisch kühlen; ob die immer drauf achten, dass das Huhn ganz durch ist:“ Viele Jahre habe ich deswegen nur Beilagen im Restaurant gegessen. Niemals Mayonnaise, niemals Tiramisu. Döner gab es jahrelang nicht. Sushi – bereits der Gedanke daran schüttelte mich. Im Urlaub war es dann noch schlimmer. Milchspeiseeis im Süden? Nope! Hot Dogs vom Straßenverkauf? Äh ne?!?! Burger im Diner? Geht’s noch? Und auch Sandwiches konnte ich nicht mehr essen, wenn ich mir vorstellte, dass sie schon den ganzen Tag in dieser Vitrine vor sich hin gammelten.

Mein absoluter Tiefpunkt war, als ich meine Mutter beim Schnitzelkopfen an Weihnachten fragte, wie lange sie das Fleisch schon im Kühlschrank hatte…… Furchtbar, ganz schlimm……

Sicherlich fragt ihr: „Warum? Wovor hast du Angst? Was soll schon groß passieren?“ Das kann ich euch sagen: Ich habe RIESIGE Angst vor einer Lebensmittelvergiftung und den damit einhergehenden Symptomen. Da die Symptome für Magen-Darm-Gedöhns ähnlich schlimm sind, gilt das auch dafür. Aber da ich Menschen nicht auf Dauer meiden kann und damit die Ansteckungsgefahr, hat sich hier nie eine Phobie entwickelt. Außer gegen Menschen, die im Wartezimmer beim Arzt ihren eigenen Eimer mitbringen. Ich habe schon von Lebensmittelvergiftungen von Hühnchen, beim Asiaten, vom Burgeressen, von Tiramisu gehört und möchte das einfach nicht. Und wer einmal die ganze Nacht wach war, weil beim Partner vor lauter Dehydrierung das Atmen ausbleiben könnte, der weiß, wovon ich rede.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich bin nicht zimperlich oder etepetete (kennt jemand den Begriff noch?) oder schleckig/wählerisch (so würde man bei uns sagen). Vielleicht bin ich da ein bissel krank im Kopf, zumindest hat diese Phobie ne eigene Stimme. Und die meldet sich immer.

Tatsache ist: Ich hatte in meinem ganzen Leben noch keine Lebensmittelvergiftung (klopf auf Holz) und auch das letzte Magen-Darm-Ding ist Jahrzehnte her, ehrlich. Wovor habe ich also wirklich Angst? Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung. Mittlerweile ist es so, dass meine Angewohnheiten daheim nur noch kleine Macken sind. Ab und zu esse ich einen Quark, der schon zwei Tage über dem Verfallsdatum liegt (Wooohooo). Natürlich war er so lange zu. Ich esse Sushi (Applaus!), bin aber vorsichtig und esse nur in Läden, die gut frequentiert sind, da liegt der Fisch nicht so lange. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mich durch diese Angst um einiges an Lebensqualität beraube, habe ich mich nach und nach gezwungen, einige Zwangshandlungen oder auch Gedanken zu verbannen. Schwierige Situationen nach wie vor: Buffets allgemein, ungekühlt. Oder auch der mongolische Grill bei unserem Lieblingschinesen ist eine echte Herausforderung: rohes Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte liegen im Buffet (auf Eis) und werden dann ausgewählt, auf dem Teller zum Grill gebracht und frisch durchgebraten. An sich so: Yay, voll toll. Die Stimme in meinem Kopf sagt: Wie lange das da wohl schon liegt? Und guck mal, da an dem Fleisch ist schon so ein Rand….. Und zack hab ich schon nicht mehr so viel Spaß 😦 Aber ansonsten hab ich es soweit im Griff. Daheim wird so eingekauft, dass nichts zu lange offen ist bzw. Wurst und Fleisch wird oft auch in Folie abgepackt (jaja, puuuuh, minderwertige Fleischfresserin, puuuh!) gekauft, dann ist es okay, wenn es mal einen Tag länger im Kühlschrank liegt. Und in Herrn M. habe ich einen Partner gefunden, für den das alles nicht so schlimm ist und der mir das niemals vorwerfen würde. Mein Plan für eine spätere Familie ist, mich noch mehr davon zu befreien, um meinen Kindern nicht unnötige Ängste mit auf den Weg zu geben.

_______________________________

So, ich hoffe, ihr seht mich jetzt nicht als den totalen Megafreak an und könnt weiterhin bei mir mitlesen. Im übrigen beantwortet sich damit ja auch die Frage, die mir oft bei den Vorbereitungen von großen Torten gestellt wird: „Wenn du das heute schon vorbereitest, kann man das dann noch am Sa essen?“ Mein Mann und ich schauen uns dann immer belustigt an und er sagt: „Als ob du was aus dem Haus geben würdest, bei dem auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass es nicht mehr gut sein könnte :-)“

Und jetzt ihr. Habt ihr auch Macken oder Ängste im Bereich Lebensmittel???? Erzählt sie mir und lasst mich nicht so allein in Freakenhausen!

Advertisements
Veröffentlicht in Me

22 Gedanken zu “Von Juli inspiriert – für mehr Ehrlichkeit auf dem Blog. Und deswegen heute: Meine Angst vor Lebensmitteln.

  1. Hey Anna,

    danke für deinen Post. ich find das super sympathisch.
    ganz zu schlimm is es bei mir nicht, aber ich mags auch nit, wenn etwas länger offen im Kühlschrank herumsteht…und frisches Essen hab ich auch gern am 2. Tag weitergebracht. der Mann sieht das alles nicht so eng…

  2. Hallo Anna!

    Ganz so schlimm wie bei dir ist es bei mir zwar nicht, aber bis zu einem gewissen Grad bin ich auch so – wenn etwas ein paar Tage im Kühlschrank war, muss es weg! (Mein Freund ist da ganz anders – was der oft noch isst, brrrrrr…) Mein persönlicher Tick: Ich hasse es, Leuten die Hand zu schütteln, weil ich mir immer denke, wer weiß, wann der das letzte Mal seine Hände gewaschen hat. Wenn die Person nicht hinsieht, benutze ich dann ganz à la Monk ein Desinfektionsgel. 😀

    Liebe Grüße, Romy

    PS: Nachdem ich deinen Post gelesen habe, hab ich endlich mal wieder den Kühlschrank geputzt, hihi… 😉

  3. Liebe Anna, ich freue mich, dass Du meinen Gedankengang direkt für einen entsprechenden Post „genutzt“ hast ❤ Das mit der Ehrlichkeit hätte ich vielleicht noch besser formulieren müssen. Es ist ja nicht so, dass man auf seinem Blog LÜGT. Man lässt nur sehr viel weg und das auch aus gutem Grund. Ich wollte mich einfach nur mal der Frage stellen, warum man nicht ab und an (!) auch mal etwas mehr als "nur" die fröhliche oder leichtgängige Seite durchblitzen lässt. So wie Du mit Deinem Post hier 🙂

    Das mit den Lebensmitteln kenne ich im Ansatz auch von mir selbst. Aber ich bin noch bekloppter: Wenn etwas "länger" offen im Kühlschrank liegt, will ich es nicht mehr essen, schmeisse es aber aus schlechtem Gewissen trotzdem nicht weg. Ich warte bis es wirklich "oll" ist. Total Banane eigentlich 🙂

    Fühl Dich gedrückt!

  4. Hihi, die lieben Macken, die uns alle jeden Tag begleiten… Was die Frische betrifft, bin ich nicht soo empfindlich, ich habe eine Macke in Bezug auf die Zubereitung durch andere Menschen. In meiner Horrorvorstellung ist die vor mir stehende Suppe fünfmal abgeschmeckt worden und der Koch hat dafür immer wieder den selben Löffel benutzt oder die Cakepops sind mit ungewaschenen Händen gerollt worden, die zwischendurch die Nase putzen. Auch ganz schlimm der Gedanke, dass eine Frau mit langen Fingernägeln ohne Handschuhe Teig knetet und alles was da an Bakterien angesammelt ist, nun in die Kekse kommt. Uah, wenn ich drüber schreibe, wird mir direkt übel. Das führt dazu, dass ich manchmal demonstrativ darüber spreche, wie ICH Sachen zubereite („Ohne Handschuhe geht da nichts..“) oder veruche, unauffällig den Hygienestatus in der fremden Küche zu überblicken. Da der praktische Alltag (was in den Restaurants in der Küche passiert, erfährt man ja meist nicht) diese Kontrollen aber oft nicht zulässt, bin ich ganz gut im Verdrängen geworden. Ich kann mir ziemlich überzeugend einreden, dass das Essen vor mir halbwegs hygienisch zubereitet wurde und ich – auch im Fall dass etwas nicht ganz so koscher war – zumindest nicht daran sterben werde :-). Verrückt, wa?
    Wichtig ist wahrscheinlich, ob einen seine Ängste einschränken und wenn ja, inwieweit. Sobald man anfängt darunter zu leiden oder sich von wesentlichen Dingen des Lebens abzuschneiden, dann sollte man sich Gedanken machen. Alles davor fällt unter „liebenswerter Tick“ – würde ich mal sagen.
    Liebe Grüße,
    Daniela

  5. Hallo Anna,
    bei Wurst, Fleisch und Ei passe ich auch sehr auf, dass alles frisch ist – allerdings hat sich mein Konsum diesbezüglich im vergangenen Jahr extrem reduziert (seit ich nur noch Fleisch-/Wurst-Ei-BIO-Produkte kaufe). Ansonsten vertrau ich meinem Geschmacks- und Geruchssinn. Und natürlich meinen Augen! Wenn die Tomate schimmelt, ess ich sie auch nicht! Was ich auch nicht unbedingt machen würde, ist am Abend in Bäckereien belegte Brötchen o.ä. zu kaufen – da denke ich mir auch, hrgh, wie lange liegen die wohl da schon? Und kein Eis am Eis-Auto! Brrrr. Ich hatte auch noch nie eine Lebensmittelvergiftung, aber vor einigen Jahren (dank Arbeit im Altenheim) mal so was wie Noro-Virus. Passiert. War extrem unangenehm – zeigt aber auch, dass man nie ganz sicher sein kann, wo oder wann man ‚Magen-Darm‘ bekommt.
    Wenn du selbst denkst, dass du mit deiner Macke gut zurecht kommst und sie dir nicht zuviel Lebensqualität raubt – dann ist das ok. Und es ist auch gut, dass du darüber geschrieben hast. Ich kann das bestätigen, was Carina oben schon schrieb: schreiben hat eine enorme therapeutische Wirkung. Durch das Schreiben sortieren, selektieren wir unsere Gedanken. Schreib 50x über dein Problem und es wird sich was in deinen Gedanken verändern. Das ist toll! Falls du doch merkst, dass deine Gedanken und dein Verhalten dich in diesem Bereich zu viel Kraft und Energie kosten – such‘ dir Hilfe. Ein Buchtipp hierzu: Es gibt ein tolles Buch von Hoffmann & Hofmann, das heißt „Expositionen bei Ängsten und Zwängen“.
    Ganz liebe Grüße, Lizzy

  6. Ach Anna mach dir keine Gedanken wegen solchen Macken, die haben wir alle 🙂

    Ich esse z. B. selbst bei meiner eigenen Familie oder den Schwiegereltern ungern Dinge, von denen ich nicht weiß wie lange sie schon offen im Kühlschrank waren. Marmeladen die vielleicht schon ewig offen sind, Grillsoßen (könnten ja vom letzten Jahr sein)… alte Butter… „Sagt mal, wie lange ist die Milch schon auf?“ … nein nein, ich muss am besten sehen wie es frisch gekauft/geöffnet wird,sonst rühre ich es nicht an.

    Auch Gekochtes esse ich zwar noch am nächsten Tag, aber danach muss es weg. Wenn mein Vater manchmal noch 3 Tage lang fertig Gegrilltes vom Samstag isst (das wohlgemerkt gut gekühlt wurde) oder 2-3 Tage alten Kuchen gruselt es mich auch total. Kuchen/Torte muss frisch sein, 2 Tage alt geht gar nicht.
    Oder rohe Eier: die finde ich auch echt ekelig. Sind sie dann im Teig, probiere ich den komischerweise doch schon mal roh…

    Ich könnte dir ewig solche Macken aufzählen und verspreche dir, dass ich für dich und deinen Liebsten alles ganz frisch koche und backe *knutsch*

  7. Hallo Anna, also so schlimm, finde ich diese Marotte gar nicht. Ich habe als Kind einmal einen Joghurt mit dickem Schimmelbelag geöffnet und esse seit dem nichts mehr, dass über dem Verfallsdatum ist. Bei mir kommt noch erschwerend hinzu, dass ich seit einigen Jahren keinen Geruchssinn mehr habe und auch nur süß, saußer und würzig schmecke. Einmal wollte ich mir TK-Garnelen in die Pfanne hauen und mein Mann war glücklicherweise zu Hause und ist von dem Gestank (den ich nicht bemerkt habe) fast hinten über gefallen. An diese potentielle Lebensmittelvergiftung will ich gar nicht denken. So lange Du Dich noch wohl fühlst und gut durch den Alltag kommst, finde ich das völlig in Ordnung. Liebe Grüße, Viola

  8. Liebe Anna,

    danke für den befreiend ehrlichen Beitrag!!!
    Ich kenne deine Gefühle nur zu gut, ich gehöre auch zu den „Monks“… Alles auf dem Teller muss eine bestimmte Ordnung haben, sonst kann ich das nicht essen, liegt das Fleisch auf der Seite, die zu mir zeigt, MUSS der Teller gedreht werden, sonst geht da gar nix….
    Dann hab ich ein riesiges Problem mit Konsistenzen… Kartoffeln: Supi! Kartoffelbrei: geht nicht! Gemüse mit Soße drauf: geht auch nicht! und so weiter….
    Da macht man sich im Restaurant ganz schnell ganz wenig Freunde 😦
    Anscheinend liegt das Problem aber ein bisschen in der Familie, ausführliche Berichte führen hier zu weit 😉

    Liebste Grüße
    Janna

  9. Zwar bin ich sehr darauf bedacht, den Umgang mit Lebensmittel vorschriftsmäßig und akkurat zu gestalten. Bin schon wegen meiner Mini-Küche darauf sehr darauf angewiesen und würde es gegenüber den bekochten Menschen auch gar nicht anders verantworten können.
    Aber ganz ehrlich, tiefe empirische Überzeugung ist was anderes. Mich persönlich interessiert ja das Morbide an Lebensmittel durchaus. Das fängt an beim Weißwein, den ich gerne auch gereift habe. Oder Fisch, der eben nicht fangfrisch sondern am nächsten Tag am besten schmeckt. Oder das gut abgehangene Fleisch. Oder fermentierter Knoblauch. Ahle Worscht und so weiter…
    In vielen Fällen kann man sich wirklich auf seine Nase verlassen.
    Dafür habe ich Angst vor Zeckenbissen. Und außerdem hatte ich immer Sorge, dass mir ein Blinddarmdurchbruch passieren könnte. Als es dann soweit war, war es dann aber auch nicht so schlimm 😉

  10. Liebe Anna,
    ich bin auch schrullig, ich gehe sehr ungern Essen. Mittags gibt es Suppe aus dem Suppenladen mit der offenen Küche und den netten Mädels. Abends geht es, wenn, immer in die selben Läden oder in Läden die mir mehrfach empfohlen wurden. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ein Teil ist aber sicher mein zickiger Magen, der schon vor der möglichen Lebensmittel Vergiftung in den Streik geht.
    Vor 5 Jahren hat sich der Mann aus dem Urlaub eine Lebensmittel Vergiftung mitgebracht. Schuld war die 4-Käse Pizza. Es war ein sehr einschneidendes Erlebnis, daneben zu liegen und nicht helfen zu können, der arme Kerl hat echt gelitten.
    Viele Menschen verstehen unser Verhalten nicht und bedauern uns, weil man sich ja total einschränkt, wenn man nicht in jedes Bistro/ Restaurant geht. Ich lache darüber und mache meine Pizza selber 🙂

    LG Friesi

  11. Liebe Anna!

    Ich kann keine Sachen essen, die so halb fest, halb flüssig sind… also zum Beispiel Zwetschkenröster. Oder generell jeder Röster. Oder Marmelade mit Stücken… oder gar mit Kernen!!! Vor diesen Dingen habe ich zwar keine Angst, aber da stellt es mir einfach die Nackenhaare auf.
    Das gilt auch für Pilze jeder Art… selbst, wenn sie gegrillt sind… aber irgendwie finde ich sie alle matschig. Und DAS finde ich so schlimm, dass ich lieber verhungern würde, als auch nur einen Bissen von all diesen Dingen zu nehmen!

    Und dann habe ich noch eine Macke, die hat zwar nichts mit der Küche zu tun, aber Verständnis ernte ich dennoch nicht dafür. Ich MUSS meine Kleidung farblich ordnen. Wenn meine Shirts und Pullover in meinem Schrank nicht ganz ordentlich nach den Farben und Farbnuancen sortiert sind, dann bin ich richtig unrund. Farbliche Ordnung in meinem Kleiderschrank macht mich glücklich und gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Aber wenigstens betrifft das nur meinen Schrank, was andere mit ihren Sachen machen, ist mir eh schnuppe!

    LG
    Viktoria

  12. Ich glaube du bist definitiv nicht die einzige, der es so geht. Bei Lebensmitteln sind viele Leute (zu Recht) sehr pingelig. Ich glaube aber auch vieles ist tatsächlich Gewohnheits- und Erfahrungssache. Bei rohen Eiern war ich eine Zeit lang auch sehr pingelig – mittlerweile hat sich das, auch bedingt durch längere Zeit im Ausland, absolut gegeben. Ich schmeiße einfach sehr ungern Lebensmittel weg und so hat sich ein gewisser Erfahrungswert gegenüber dem Haltbarkeitsdatum durchgesetzt. Im Zweifelsfall wird halt mal kurz dran gerochen und/oder probiert. Das einzige bei dem ich nach wie vor extrem pingelig bin ist frisches Hackfleisch. Wenn ich das mal einen Tag im Kühlschrank vergessen sollte wandert das sofort und kompromisslos in den Müll… 😉

  13. Liebe Anna, schön ehrlich und auf den Punkt!!! Ich kann das sehr gut nachempfinden! Ich glaube, bei mir ist es keine Angst vor ner Lebensmittelvergiftung sondern ein purer Ekel! Aber wovor eigentlich? Diese Frage stelle ich mir oft. Imbisse USW. Sind noch immer ein Problem, weil ich auch oft denke- wann haben die das letzte mal die Hände gewaschen? Ist das Gemüse und das Fleisch frisch? Ich versuche auch so oft es geht mich zu überwinden! Auch sehr schön bei deinem Post – die Passage über die Beziehung zu deinem Mann! Was für eine Liebeserklärung!!! Liebe Grüße, Nadine

  14. Habe ich diesen Text geschrieben? Alle Deine Punkte konnte ich einfach nur abnicken.
    Wirklich wahr! Ich musste echt grinsen! 🙂
    (Und meine Mutter ist auch so eine, die gerne frische Dinge lange – SEHR LANGE – lagert und dann erst zubereitet… Ich sag nur: Dienstags Brote in der Schule mit Lyoner vom Freitag. Und dann womöglich noch mit Butter. *Pfui*)
    Ich finde uns trotzdem ziemlich in Ordnung. So essen wir immer feine frische Lebensmittel! 🙂
    Grüßle ins Ländle!

  15. Etwas, bei dem Du mir aber definitiv voraus bist: Am Vorabend zubereitetes Vesper! Das geht für mich gar nicht. Das kann ich nicht essen, das muss morgens frisch gemacht und dann auch ganz ganz ganz bald gegessen werden. Am besten schon auf dem Schulweg. Mir doch egal, dass ich dann bis zum Mittagessen am frühen Nachmittag halb verhungere. Aber zum Glück bin ich ja morgens früh genug wach. 🙂

    Rohen Teig esse ich zwar ohne groß mit der Wimper zu zucken, aber ich muss mir nach jedem rohen Ei, das ich angefasst und aufgeschlagen habe, die Hände sehr warm (sprich: so heiß, dass es weh tut) waschen. Auch wenn ich danach direkt das nächste Ei aufschlage. Jetzt stell Dir mal vor, ich würde ne Riesentorte backen – ich bräuchte nur wegen den Eiern 2 Tage länger! Diese Geflügelkeime, weißte… Wenn ich Pute oder Hühnchen zubereite koche ich danach im Prinzip einmal die Küche ab. Mit Geflügel hab ich’s echt nicht so. 🙂

    Irgendwie sind wir doch alle ein bisschen gaga und das ist gut so. 🙂

  16. Ich muss da jetzt nochmal drüber nachdenken. Mir gehts da nämlich sehr wie dir und ich war aber überhaupt nicht in der Lage, das so zu benennen! Ich fand mich immer in der Beziehung zimperlich und etepetete. Das Beispiel mit der Wurst trifft ja bei mir total ins Schwarze, ich würde die auch nicht mehr essen. Und ich habe bei Fast Foos & Co. die gleichen Gedanken. Ich versuche da beim Einkaufen mittlerweile mehr drauf zu achten, dass die Mengen auch essbar sind und ich für Frischkäse oder so auch noch vielleicht einen alternativen Verwendungszweck habe.
    Schön, das bei dir zu lesen und liebe Grüße!

  17. Liebe Anna,

    jeder Mensch hat Angst. Angst hilft uns, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, Angst beschützt uns. Aber Angst kann eben auch lähmen. Wichtig ist dann als allererstes, diese Angst anzunehmen, die Gefühle wirklich zu durchleben und auch die Hintergrundgefühle dieser Angst zu durchspüren (mir hilft dabei das therapeutische Schreiben) und dann aber auch den Mut zu haben, die Angst und damit die eigenen Dämonen loszulassen. Schritt für Schritt.
    Ich weiss, wovon ich rede. Ich habe über 17 Jahre in diesem Angstkäfig festgesessen und mir das Leben schwer gemacht und mit Zucker und Essen betäubt. Nun habe ich den Mut gefunden, meinen Angstdämonen offen entgegenzutreten und sie wahr- und anzunehmen – und plötzlich hatten sie keine Lust mehr, mir das Fürchten zu lehren. 🙂
    Ich spreche heute offen auf meinem Blog über meine Ängste und gebe konkrete Tipps (zum Beispiel eben das therapeutische Schreiben).
    Aber du hast genau das Richtige gemacht: Indem man offen über seine Ängste spricht, nimmt man ihnen die Macht über sein Denken und Handeln und das ist der allerwichtigste Schritt. RESPEKT!!!

    Alles Gute weiterhin,
    Carina

  18. Ich bin da ja ziemlich schmerzbefreit und hatte trotzdem noch nie was. Nur Lebensmittel, die eigentlich gekühlt werden müssten und zu lange draußen standen, die gehen gar nicht :)! Aberso haben wir alle unsere Macken und das ist doch gut so. Ich kämpfe weiter gegen meine Gemüsefeinde und du gegen Nicht-Frisch-Antipathien. Passt schon ;)! Und klar kenne ich etepetete…

  19. liebe Anna,
    wow – ich bin platt. Komme gerade von Juli (war das ein toller Post, was?!) hier ‚rüber gehüpft und bin ziemlich von den Socken, wie Du ihren Vorschlag umgesetzt hast. Respekt! So … und jetzt guck‘ ich mich erstmal in aller Ruhe bei Dir um …
    herzlichst soulsister

  20. Hrhr, ich danke dir für diesen Beitrag!
    Ich bin ja auch ein bisschen schrullig mit dem Essen. Ich mag es z.B. nicht, wenn Lebensmittel OFFEN im Kühlschrank stehen. Bei mir wird alles einfoliert oder eingetuppert, aber nie, nie, nie, nie, niiiiiiieeee würde ich etwas essen, das offen da drin gelegen hat. Weisst du, wie viele Bakterien und Keime da im Kühlschrank rumschwirren? Ich auch nicht, aber ich will es auch lieber gar nicht wissen 😉
    Und angebrochene Lebensmittel bleiben bei mir auch nicht lang liegen. Ich hab ein mal in meinem Leben schlechte Milch probiert und möchte das nicht wiederholen. Mit keinem Lebensmittel. Da rollen sich mir die Fußnägel hoch, allein beim Gedanken! Ich muss nur an saure Milch denken, da schüttelt es mich 😉
    Also, siehste: Du bist nicht allein! Ich bin da ganz bei dir 🙂

    P.S.: Ich hatte mal eine Lebensmittelvergiftung nach einem Besuch bei BurgerKing. Von einem Veggieburger! War nie wieder in so einem Laden 😉

Vielen Dank für deinen Kommentar, er wird nach erfolgreicher Moderation von mir freigeschaltet.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s