Wie staple ich eine mehrstöckige Torte?

Huhu ihr Lieben,

immer wenn ich hier eine gestapelte Torte zeige, fragen einige von euch „Wie machst du das?“ Und meine Antwort „Ich mache einfach!“ reicht euch leider nicht. Also habe ich bei meiner letzten Torte meinen Herrn M. gefragt, ob er nicht ein paar Extrabilder machen kann (aka 750 Bilder – „Ich hab halt drauf gehalten“), um euch eine kleine Anleitung zu geben, wie ich es mache. Ich garantiere natürlich nicht, dass dies genau die Methode ist, die die Profis verwenden; aber sie funktioniert für mich.

Ich beginne diese Anleitung bei den bereits eingedeckten Tortenetagen, denn ich gehe mal davon aus, dass jeder, der sich an eine mehrstöckige Torte wagt, sich vorher schon mit dem Eindecken einer Torte auseinandergesetzt hat, näch? 😉

Ihr habt also die drei eingedeckten Etagen vor euch. Jetzt legt ihr die Backform der mittleren Etage auf die untere und drückt sie ganz leicht rein, damit ihr den Abdruck des Durchmessers darauf habt. Nachdem ihr die Backform wieder weg gelegt habt, schneidet ihr 8 dicke (Cocktail-)Strohhalme: Den ganzen Strohhalm an die Tortenetage halten und auf Höhe der Oberfläche abschneiden. Das Ganze acht Mal wiederholen.

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Jetzt verteilt ihr die acht Strohhalme im Kreis.

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Wenn alle Strohhalme stecken, steckt ihr einen Strohhalm, der insgesamt so lang ist wie alle drei Etagen-Höhen zusammen minus 4 Zentimeter genau in die Mitte. Die äußeren Strohhalme dienen als Stütze, der innere Strohhalme verbindet alle drei Etagen.

Als Nächstes schneidet ihr eine Tortenunterlage aus Pappe aus, die ca. 1/2cm kleiner ist als die zweite Etage und bohrt genau in der Mitte (bzw. an der Stelle des inneren Strohhalmes) ein Loch. Dann legt ihr die Scheibe auf die untere Etage, in der Mitte schaut der Strohhalm raus.

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In der Toskana gab es leider keine Pappe, also habe ich eine Aluform ausgeschnitten und sehr darauf geachtet, dass keine Schnipsel dran hingen.

Wenn die Stützen der untersten Etage stehen, kommt der heikle Part. Irgendwie müsst ihr die zweite Etage auf die untere Etage bekommen und dazu müsst ihr die bereits eingedeckte Torte anfassen, ja ich weiß, das tut weh. Und wenn es draußen heiß ist und hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, ist das der Horror. Dagegen hilft nur die eingedeckte Torte kühl, aber nicht im Kühlschrank zu lagern.

Also keine Scheu und ran an das Teil. Vorsichtig mit beiden Händen anheben und auf die untere Etage setzen. Dabei drauf achten, dass ihr die Mitte trefft und der Strohhalm mittig durch kommt und an den Seiten die Stützplatte nicht raus schaut.

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Wie ihr seht, sind natürlich jetzt Macken drin, aber die kann man ein bißchen glätten.

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Und genauso verfahrt ihr mit der zweiten Etage. Die Bilder hier passten leider nicht immer zu dem entsprechenden Schritt, aber ihr habt es sicherlich trotzdem verstanden 🙂

Wenn ich mit Stapeln fertig bin, kommen die Abschlußbänder dran. Gerade bei der letzten Torte (Ombre) kam es darauf an, die gleiche Farbe wie die Etage zu verwenden. Dafür messe ich den Umfang der Torte (in der Schule gab es auch eine Formel dazu, Durchmesser, Umfand, irgendwas…mag das jemand ergänzen?) und rolle eine lange Schlange aus, aus der ich mit dem parallelen Rollschneider ein Band ausschneide. Das lege ich dann um die Tortenetage als Abschluß, falls der Fondant nicht von allein hält, kann man die unteren Zentimeter der Etage mit Wasser bestreichen.

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Den Treffpunkt des Bandes möglichst mit einem scharfen Messer abschneiden, dann wird es schön ordentlich.

So, ich hoffe, diese Anleitung hat euch weiter geholfen und konnte euch ein bißchen den Schrecken vor dem Stapeln nehmen 🙂

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29 Gedanken zu “Wie staple ich eine mehrstöckige Torte?

  1. Hallo ich bin gerade dabei eine 4 stöckige Hochzeitstorte zu machen. Ich hatte vor sie mit Schaschlik Spießen zu stützen bin mir aber nicht sicher ob das reicht da die Etagen echt schwer sind. Dann hab ich überlegt die McDonalds Strohhalme zu beuzten weil ich immer wieder lese das es mit Strohhalmen gut funktioniert aber ich kann mir einfach nicht vorstellen das Strohhalme so schweres Gewicht halten können? Ich meine die untersten Strohalme müssten ja dann ca. 20 kg halten

    1. Ich hatte in meiner letzten 4stöckigen Torte Cocktailstrohhalme, die nicht genug Last getragen haben. Für die beiden untersten Etagen empfehle ich Holzdübel aus dem Baumarkt. Wir hätten einfach 2 lange gekauft und selbst zugeschnitten, gut abschmirgeln, damit keine Splitter zurück bleiben.

  2. Hallo Anna

    Ich habe schon viele Motivtorten gemacht und mache bald eine 3-stöckige. Wieso bracht es zwischen den Lagen ein cakeboard? Kann ich die Lagen nicht auch ohne diese stapeln?

    Vielen Dank und Liebe Grüsse
    Larissa

    1. Hallo Larissa,

      für eine mehrstöckige Torte ab 3 Stockwerken aufwärts, empfehle ich Platten unter die einzelnen Stockwerke aus folgenden Gründen:

      – beim Vorbereiten der einzelnen Tortentteile kann ích so die Stockwerke besser in die Hände nehmen und z.b. zum Kühlen in den Kühlschrank oder zur Seite stellen

      – beim Stapeln der Torten braucht es die Zwischenplatten, damit die Strohhalme oder Holzdübel sich auf etwas abstützen können, sonst würden die sich direkt in den Tortenboden drücken

      – beim Anschneiden der Torte kann man die einzelnen Etagen kann man diese auseinander bauen, das ist z.B. bei Hochzeiten sehr beliebt, da ja die Etagen oft verschiedene Geschmacksrichtungen haben

      So, ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen, und wünsche dir viel Erfolg mt deinem nächsten Tortenprojekt.

      Lg Anna

  3. Liebe Anna
    Kommendes Wochenende möchte ich gerne eine dreistöckige Torte backen und transportieren. Kannst du mir verraten, wie ich eine solche Mehrstöckige Torte am besten transportiere? Liebe Grüsse, Anja

    1. Hallo Anja, wir haben die Torte mit Cakeboard in eine Kiste aus dem Baumarkt gestellt (sie muss natürlich groß genug sein, dass du noch von der Seite darunter greifen kannst) und die Kiste mit rutschfestem Material ausgelegt (äh andere Reihenfolge natürlich). So ein Material bekommst du zum Beispiel bei Ikea zum Einlegen in Küchenschubladen.

      Viel Erfolg und viele Grüße, Anna

    2. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich die Etagen einzeln zu transportieren und vor Ort zu stapeln. Mir persönlich wäre das aber zu riskant, weil beim Stapeln auch immer Deko verrutschen kann und man die ja dann ersetzen muss.

  4. Ich muss hier nochmal nachfragen, ich kenne mich mit Motivtorten und gestapelten Torten nicht so richtig aus:
    Die Torte wird zum Essen wieder in ihre 3 Bestandteile zerlegt, also die oberen beiden Torten wieder abgebaut? Und dann muss man noch den Fondant abheben, da er zum Essen zu süß ist?
    Das gibt doch ein heilloese Schlachtfeld und sieht nicht sehr schön aus oder? Ich kann mir das gerade gar nicht vorstellen? Außerdem muss man als Braut/Geburtstagskind/whatever die Torten mit den Händen anfassen und wieder runterheben, das ist doch auch nicht sehr hygienisch/appetitlich…
    Eine „normale“ Torte schneide ich an, heben einzelne Stücke auf die Teller und die Torte sieht angeschnitten immer noch appetitlich aus.
    Vielleicht habe ich auch nur falsche Vorstellungen?
    Grüße
    Luisa

    1. Liebe Luisa,

      wenn du lieber normale Kuchen isst und anschneidest, ist das super. Aber es gibt Menschen, die dieses optische Chaos in Kauf nehmen für eine thematisch passende Torte. Und beim Runterheben kann man ja Handschuhe anziehen.

      Lg, Anna

  5. Hallo Anna,
    danke für die tolle Anleitung.
    Ich habe nur eine Frage zu den Strohhalmen.
    Stören die nicht nachher beim Anschneiden, weil sie im Weg sind?
    Hat die untere Torte nicht genug Halt ohne die Strohhalme?
    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Hallo Julia,

      die Strohhalme muss man beim Anschneiden bzw. beim Essen natürlich raus machen, bisher habe ich aber kein Problem darin gesehen und auch die Gäste haben sich nicht daran gestört. Da eine Etage locker mal 4 Kilo inklusive Fondant und Deko wiegen kann, emfehle ich grundsätzlich Stützen. Zumindest auf den Strohhalm in der Mitte würde ich aus Transportgründen nicht verzichten.

      Lg, Anna

  6. Super tolle Anleitung und ich hätte nicht gedacht, dass Strohhalme ausreichen. Ich muss mich auch bald mal ans Stapeln wagen 😉 Aber ich hätte mal eine umgekehrte Frage: wenn die Torte gestapelt und dekoriert ist und sie soll dann vom Brautpaar (bei mir soll es nämlich eine Hochzeitstorte für eine Freundin werden) angeschnitten werden, wie macht man das am besten? Die beiden schneiden die untere Ebene an und dann? Nimmt man die einzelnen Etagen wieder auseinander und schneidet die Torten dann auf? Is vielleicht ne blöde Frage aber warum keine Fachfrau fragen, wenn man es selbst nicht weiß oder? 😉 Viele liebe Grüße

    1. Hallo Steffi,

      normalerweise schneidet man eine der Etagen an und deckt die Torte dann nach und nach von oben ab. Ich habe auch schon gesehen, dass die oberste Etage aufgehoben wurde und einige Tage später verspeist wurde. Wenn alle Etagen die gleiche Füllung haben, kann man die Torte auch ganz lassen und von oben nach unten aufessen 🙂 Bei verschiedenen Füllungen wäre Entstapeln besser.

      Lg Anna

      1. Danke für deine Antwort und da ich verschiedene Füllungen geplant habe, werde ich die Torte wohl nach dem Anschneiden wieder entstapeln 🙂
        Ich habe von einem Brauch gelesene, dass die oberste Etage vom Brautpaar eingefroren und dann am ersten Hochzeitstag zusammen gegessen wird 🙂

      2. Natürlich macht es Sinn, die Torte zu „entstapeln“, wenn jede Etage eine andere Sorte Füllung hat.
        Ist trotzdem schade.
        Du gibst Dir damit soviel Mühe und die Torten sehen so unglaublich toll aus. Da hätte ich beim Anschneiden voll das schlechte Gewissen.
        Obwohl ich weiß, dass die Torte auch zum Essen da ist. Trotzdem. *zwinker*

        Gruß
        Sarah_O

  7. Torten sind ja nicht so meine Spezialität – ich beschäftige mich gerne konsumierend damit. Aber beim Umfang kann ich helfen:
    Umfang = Durchmesser x 3,14
    oder für Mathermatiker: U = 2πr

  8. Hallo!
    Vielen Dank für die Anleitung (und die unzähligen anderen interessanten Beiträge)!
    Gibt es einen Vorteil bei Strohhalmen gegenüber Schaschlikspiessen?
    Nochmal Danke und mach weiter so 😉
    Simone

    1. Hallo Simone,

      bitteschön! Die Cocktailstrohhalme haben größere Aufsitzflächen als Schaschlikspieße. Manche Tortenbäcker nutzen auch gerne Holzstöcke, allerdings mag ich Holz in der Torte gar nicht, weil man erst alles abfeilen muss, damit keine Splitter zurück bleiben. Bisher habe ich mit Strohhalmen nur gute Erfahrungen gemacht.

      Lg, Anna

  9. Super *daumen hoch* !!!!! hab aber trotzdem noch eine Frage….achtest du darauf, dass die untere nicht unbedingt eine Sahne Torte ist? Oder ist das bei der Methode egal??? Hab nun oft gehört, dass die untere eine Sacher sein sollte (wegen dem Gewicht) und Sahne zusehr nachgeben würde….und dass man so Platten nehmen soll, nicht unbedingt „Tortenplatten“ da die durchweichen…? DAS verunsichert mich nach wie vor…

    1. Hallo Dani,

      ich empfehle tatsächlich grundsätzlich als unterste Etage die Sachertorte Oma Buchholz, weil ich die lange im Voraus vorbereiten kann und sie sehr stabil ist. In allen anderen Etagen verwende ich maximal Frischkäse, aber nie Sahne, weil Sahne eben (wie du schon meintest) gerne nach gibt und sich auch nicht so gut mit Temperaturschwankungen verträgt.

      Die einzige Torte, bei der ich mal Sahne machen würde, wäre eine Zweistöckige, bei der aber auch nur in der oberen Etage.

      Viele Tortenmacher benutzen Kappaplatten oder dünne Cakeboards als Zwischenplatte, wobei auch die Cakeboards manchmal nur von oben beschichtet sind. Wenn die Torte sehr feucht ist, benutze ich zwei Torten“Deckel“ (so nennen wir das), schneide die zurecht und wickle sie in Frischhaltefolie, dadurch ist de Platte noch stabiler und wasserfest 🙂

      Lg, Anna

      1. Ok, danke erstmal für die Antwort. Mein problem ist echt, dass die unterste mind. 36cm haben muss. Und das haut mit nem Blech vorne und hinten nicht hin. Hast du eine Ahnung wo man diese Kappaplatten bekommt? Ich google mir nen Wolf, aber finden tu ich nichts außer 10 stück zu 100 Euro und dass ist dann doch ein bischen zu viel.

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