Rice, Rice, Baby – ein Blick in die neue Riceteria by Korbmayer in Stuttgart

[dieser Artikel enthält keine Werbung]

Ich weiß noch, wie sie begann, meine Liebe zu Tortenplatten: Ich sah sie in einem kleinen Laden in Stuttgart, wunderschönes Türkis, gewellter Rand, aus Porzellan. Sie rief meinen Namen und ein paar Tage später, als ich vom Bäcker kam, konnte ich nicht anders. Ich trug sie voller Stolz nach Hause und wusste, ab hier gibt es kein Zurück.

Damals wusste ich noch nichts von der Marke Rice. Erst Jahre später erkannte ich, dass ich “aus Versehen” schon echt guten Geschmack hatte. Seit ich mich in der Bloggerwelt tummle, begegnet mir Rice wieder und wieder. Diese Marke gehört zu denen, über die ich mich freue, wenn ich sie in einem kleinen Laden entdecke. Das Schöne an Rice? Die Lust an Farben, das unverkennbare Design und die Freude an einem schön gedeckten Tisch. Außerdem gibt es noch wunderschöne Sachen für das Kinderzimmer, das Picknick und auch Möbel. Nur leider sind bis auf die Tortenplatte bisher nur ein paar Löffel eingezogen. Woran das liegt? Weil ich schon viele schöne Dinge habe und eigentlich immer eher reduzieren will anstatt mehr zu kaufen.

Deswegen ist es fast schon ein “unglücklicher” Zustand, dass es nun eine Riceteria in Stuttgart gibt. Durch Katharinas Insta wurde ich drauf aufmerksam und bin gleich am nächsten Tag hin, nur um den Shoppinghimmel auf Erden vorzufinden.

Ich war mit Baby M unterwegs und wurde herzlich am Tresen empfangen und auch die Tatsache, dass ich meine große Kamera dabei hatte, war kein Problem. Sophie, Geschäftsführerin der Riceteria in Stuttgart, fand es total interessant, was ich übers Bloggen erzählt habe. Gleichzeitig entschuldigte sie sich für das “Inventur-Chaos”, ganz so, als ob man plötzlichen Besuch in seine Wohnung lässt. Aber ihr könnt ja selber sehen, Chaos ist was ganz Anderes.

Die Riceteria ist eine Mischung aus Laden und Cafeteria (na, Wortspiel erkannt?) bzw. Café. Es gibt jede Menge süße kleine Ecken, Tische und eine Theke am Schaufenster, die zum Verweilen einladen. Auch ein Kinderstuhl war da, in dem Baby M gleich Platz nahm.

Ich entschied mich für einen Kaffee und eine frischgebackene Waffel und fühlte mich gleich wohl zwischen all den bunten Regalen.

Die Riceteria ist natürlich besonders kinderfreundlich, da sie zu Korbmayer gehört, einem alteingesessenen Kinderladen in der Stuttgarter Innenstadt. Wenn man sein Kind wickeln möchte, wird man darauf verwiesen, da es keinen Wickeltisch in der Riceteria gibt. Für mich ist das okay. Auf dem Weg dorthin kann man sich nochmal das hübsche Kindergeschirr oder die Aufbewahrungsboxen anschauen.

Wer also Lust auf buntes Treiben und gemütliches Sitzen hat, dem sei die Riceteria in der Schulstraße in Stuttgart wärmstens ans Herz gelegt. Sophie sagte mir, dass man auch mit größeren Gruppen, einem Geburtstag oder auch Junggesellinnenabschiede willkommen ist.

Trefft den Backbuben! Meet & Greet mit Markus Hummel im Bake a Wish in Esslingen

In den letzten Jahren kamen ja jede Menge Bloggerbücher zu allen möglichen Themen raus. Ich habe mich für jeden Blogger gefreut, weil ich mir vorstellen kann, welche Arbeit hinter so einem fertigen Buch steht; aber auch wie stolz man ist, den eigenen Namen auf einem Buch zu lesen.

Auf ein Buch habe ich mich so richtig gefreut: auf das neue Buch meines Freundes Markus alias Backbube. Seit seines ersten Buches ist schon ein bißchen Zeit vergangen und ich wusste, dass das nächste Buch der Knaller wird. Dieses ist nun seit Oktober in den Läden und heute ist es Zeit, dass ich es euch vorstelle. Warum gerade heute, erfahrt ihr gleich noch nach der Buchvorstellung.

Das Buch von Markus heißt “Backen mit dem Backbuben – Cocktail Cakes, Klassiker und Kuchen vom Grill” und ist im EMF Verlag erschienen. Das Cover zeigt Markus mit seinem liebsten Backwerkzeug – dem Schneebesen. Er lächelt verschmitzt zwischen einem Drei-Tage-Bart hervor präsentiert eine leckere Torte. Der Titel ist geprägt, was das Cover sehr hochwertig macht. Bereits dieses Bild macht Lust, mit dem Backbuben zu backen. Die Bilder im Buch hat übrigens alle JAP-Fotografie gemacht.

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Das Buch teilt sich in folgende Kategorien:

  • Vorwort
  • Grundlagen wie Zutatenkunde, Materialkunde und Tipps und Tricks
  • Grundrezepte
  • Gebackenes mit Alkohol & Cocktail-Cakes
  • Süßes und Deftiges vom Grill
  • Süßes für die Liebsten
  • Süße Kleinigkeiten
  • Klassiker
  • Register

Die Optik der Rezepte ist superansprechend. Jedes Rezept wird mit einem Bild auf einer Doppelseite präsentiert. Jetzt kann ich’s ja sagen: ich kann es nicht leiden, wenn es zu einem Rezept kein Bild gibt. Das macht doch erst so richtig Lust und Apetit auf die Sachen. Die Wahl der Schriften spiegelt wieder, wie ich Markus kenne: nicht zu verspielt, aber auch nicht zu gewöhnlich. Die Stimmung der Bilder ist ruhig und warm gehalten, sie geben den Eindruck einer gemütlichen Küche mit viel Holz und schönen Utensilien wieder.

Die Rezepte sind einfach erklärt und in Markus’ typischer Art geschreiben. Mein Lieblingssatz: “… und dann schiebst du das Blech auf die mysteriöse mittlere Schiene.” Jahaaa, schaut doch mal in die verschiedenen Backbücher. Da ist immer von der mittleren Schiene die Rede, aber mein Backofen hat 4 Schienen. Und eurer?

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Nachdem ich mich nun sehr ausführlich mit den Rezepten befasst habe, kann ich sagen, dass die Rezepte wirklich toll sind. Außergewöhnlich, lecker, schön zu backen. Und eben auch einfach. Denn das ist es, was Markus mt seinem Buch zeigen will: Jederman(n) kann backen.

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Warum ich mich wirklich ausführlich mit Markus’ Rezepten auseinander gesetzt habe? Weil ich einige der Rezepte für euch backen möchte. Ja,  für euch! Denn Markus wird am 6. Februar 2016 sein Buch in Esslingen vorstellen. In Jasmins wunderschönem Laden Bake a Wish in der Webergasse 14 (Fb-Seite & Homepage) hat er den perfekten Rahmen dafür gefunden. Sie gibt jedem von euch 10% auf alle Einkäufe.

Wer sich die Veranstaltung auf Facebook merken will, kann hier klicken.

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Und was ich damit zu tun habe? Ich versorge euch mit Leckereien aus dem Buch, damit ihr noch mehr Lust darauf bekommt, es zu kaufen ;-) Jasmin wird natürlich genug Exemplare vor Ort haben. Wer das Buch aber schon hat, darf es natürlich mitbringen und signieren lassen.

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Auf Folgendes aus dem Buch dürft ihr euch freuen:

  • Hefeschnecken mit Mandelpuddingfüllung
  • Bananen-Muffins mit Streuseln und Karamellkern
  • Zimtschneckenbrot
  • Zitronenkuchen
  • Rotweingugelhupf
  • Triple Chocolate Cookies (siehe Bild)
  • Tomaten-Cookies mit Pecorino (siehe Bild)

Ich denke, bei dieser Auswahl ist für jeden von euch was dabei. Wer also Lust hat, uns nächsten Samstag zu besuchen, ein bißchen mit Markus, mir oder Jasmn zu quatschen oder auch einfach ein Stück Kuchen zu mampfen, der ist herzlich willkommen, wenn es heißt: Möge der Backbube mit euch sein!

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Mein Hallo-Wach-Morgen mit Baby und Tee von 5 Cups and some Sugar [Muddi-Artikel]

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit 5 Cups and some Sugar entstanden. Die Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Ich finde es ja immer interessant, wie der Alltag bei anderen so aussieht. Wie machen das morgens andere, um frisch in den Tag zu starten? Seit Baby M da ist, gibt es sowas wie frisch morgens nicht mehr. Früher war ich immer schon eher der Snoozer, nur nochmal kurz die Augen zu machen, gleich, noch drei Minuten. Mit Baby gibt’s sowas nicht. Mit viel Glück gehe ich um 22:00 Uhr ins Bett und er meldet sich um 3:00 Uhr das erste Mal. Wickeln, im Halbschlaf Fläschchen geben und wieder ab ins Bett. Nur nicht den Fehler machen, kurz auf’s Handy zu gucken, dann kann ich nämlich nicht wirklich gut wieder einschlafen. Und wenn dann um 6:15 Uhr der Wecker meines Mannes klingelt, dauert es nicht mehr lang bis Baby M sich regt. Und wenn ich sich regen meine, dann ist das nicht sowas wie Äuglein aufschlagen, gucken, gähnen. Nein. Wir reden hier von Augen auf ZACK, BOOM, HALLO, WAS GEHT AAAAB!!! Und bevor er vom Bett kullert, raff ich mich lieber auf. Also ich setze mich auf, zu mehr bin ich erstmal nicht fähig. Dann kullern wir noch eine Weile zusammen im Bett rum bis einer von uns Hunger kriegt. Eine wichtige Lektion habe ich recht schnell gelernt: Erstmal das Kind versorgen, sonst kannst du deine Sachen vergessen. Es frühstückt sich schlecht mit quängelndem Baby daneben. Wenn das also erledigt ist, geht’s ab in die Küche. Der Kleine kriegt nen Hirsekringel in die eine Hand und eine Rassel in die andere. So ganz hat er noch nicht verstanden, welches davon eher zum Essen ist. Zur Sicherheit abwechselnd in beides rein beißen. Lecker.

Für mich gibt’s erstmal ein heißes Getränk zum wach werden und was Ordentliches zu Essen dazu. Da es mittlerweile schon ca. 9:00 Uhr ist, ist die Wahl des Frühstücks davon abhängig, was ich noch vor habe. Oft kommt mein Mann in der Mittagspause nach Hause und wir essen zusammen. Da das bereits um 12:00 Uhr ist, frühstücke ich dann meist nicht so viel, damit ich zum Mittagessen nicht noch satt bin. Aber an allen anderen Tagen frühstücke ich sehr ausführlich, denn manchmal weiß man nicht, ob man im Laufe des Tages überhaupt noch zum Essen kommt.

Bei der Wahl des Heißgetränkes war lange Zeit Kaffee meine erste Wahl, der macht ja schließlich wach. Mein Mann trinkt ja gern schwarzen Tee, was so gar nicht meins ist. Aber irgendwie machte selbst der Cappucino mit doppelter Kaffeemenge irgendwann nicht mehr richtig wach. Und jeglicher Kaffee, den ich darüber hinaus trank, tat mir im Magen weh. Also probierte ich den einzigen Wachmacher-Tee aus, den ich bis dahin mochte: Jasmintee, was ja aber auch nur ein aromatisierter grüner Tee ist. Ich merkte, dass ich mit grünem Tee um einiges wacher war als nur mit Kaffee. Die Müdigkeit wich schneller, ich war klarer und aufmerksamer, was nicht schadet, wenn man ein Baby hat.

Bisher hatte ich mich munter durch alle möglichen Marken probiert, hatte keine Präferenzen. Deswegen freute ich mich sehr, als 5 Cups and some Sugar mir anbot, ein paar ihrer Teesorten zu testen. Die Homepage ist hübsch aufgemacht und – ich nenne es mal – bloggergeeignet. Das Design ist ansprechend und die Navigation anwenderfreundlich. Man kann zwischen fertig gemischten Teesorten oder Tees zum Selbermischen wählen. Zum Ausprobieren bietet sich die Menge 50gr an. So habe ich vier verschiedene Tees ausgewählt, eine davon habe ich “selber gemischt”.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich keine Ahnung von Tee habe, und leider schmeckt mein selber gemischter Tee “Good Morning, Baby” genau so. Da ist einiges an grünem Tee und Zitronenschalen drin. Aber leider schmeckt er einfach nicht. Nun gut, dafür schmecken die anderen. Am liebsten mag ich Kaiserlich, hell und klar, der passt zu allem.

Anna im Backwahn Hallo Wach Baby Tee

Zum Beispiel zum gemischten Teller. Wenn ich die Zeit habe, mache ich mir gern ein schönes Frühstück. Wichtigste Mahlzeit und so, wisster ja. Mir persönlich geht es vor allem darum, gut in den Tag zu starten. Und Baby M hat ja auch was davon, wenn ich gut drauf bin.

Anna im Backwahn Hallo Wach Baby Tee

Wenn kein Brot da ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ich schmeiß ein paar Zutaten in die Pfanne und klöppel ein Ei drüber (s. oben mit klein geschnittenen Kartoffeln, Tomaten, Käse und glatter Petersilie). Oder ich koche mir aus Haferflocken, Wasser und Milch ein Porridge (für eine Portion: 5EL Haferflocken, mit Wasser bedecken und 5 Minuten kochen, Milch nach Geschmack hinzufügen und mit Topping versehen). Beides geht gleich schnell und macht schön warm im Bauch. Außerdem bin ich eine ganze Weile satt.

Anna im Backwahn Hallo Wach Baby Tee

Ins Porridge mache ich gerne Banane und oben drauf kommt noch mehr frisches Obst und meist noch Mandelstifte oder Schokostreusel. Ich mag Omelette und Porridge sehr gern, weil beides schön wandelbar ist. Der Kühlschrank und der Vorratsschrank gibt immer was her, so dass ich beides auch fünf Tage am Stück essen könnte.

Und wenn ich dann mt ein paar Unterbrechungen mein Frühstück auch beendet habe (Baby schmeißt Rassel runter, lacht, Mama hebt Rassel auf, Baby rasselt, Baby schmeißt Rassel runter, lacht, Mama hebt Rassel auf……) bin ich bereit für den Tag.

Ich gehöre also zu den Slow Startern, die sich morgens viel Zeit nehmen. Das wird sich noch schnell genug ändern, wenn ich wieder arbeiten gehe und Baby M in die Kita geht. Und solange genieße ich das noch.

Und wie startet ihr in den Tag?

Gulasch Pie für Miris 30. Geburtstag #miriwird30

Wenn ich an meine Freundin Miri denke, denke ich an

  • Hashtag-Miri
  • langes Zusammensitzen
  • Essen
  • ein ganz wunderbares Stylinggefühl
  • den Leisefuchs
  • Whatsapp-Nachrichten mit kleinen Alltagsanekdoten
  • Fotografieren
  • die schönste türkise Wand der Welt
  • Gin-Girl
  • Tante Miri
  • Uberhusband-Brick-Love
  • Traumschiff-Twitter-Missionarin
  • Interneteuse

Letzte Woche wurde Miri 30 und sie schickte bereits im Sommer letzten Jahres die Nachricht rum: “Ist es zu früh, um euch zum Geburtstag einzuladen?” Nene, war es nicht. Save the date ist doch in, oder? Innerhalb von ein paar Wochen wurde aus “Wir sind daheim, kommt einfach vorbei” “Ich hab nen Raum gemietet!!”

Nun gut, eins führte zum anderen und zack waren wir mittendrin in der Mottoparty. Es sollte eine Pushing Daisies Party werden. Eine von mir heiß geliebte Serie, die leider nach der zweiten Staffel eingestellt wurde. Wer mal nachlesen möchte, um was es geht, klickt hier. Es gibt zwei Dinge, die die Serie bestimmen (von den zauberhaften Figuren abgesehen): das Styling der Figuren und die allgegenwärtige Präsenz von Kuchen bzw. Pies. Und genau das wollte Miri in ihre Party einfließen lassen. Wer nicht wollte, musste aber nicht verkleidet kommen, und es wurde niemand abgehalten einen Pie als Verpflegung mitzubringen.

Eigentlich hatte ich vor, ein Kostüm anzufertigen, das einen ganzen Pie darstellt und wollte meinem Sohn ein Kostüm machen, das auf dem Rücken ein Piestück trägt. So wären wir immer ein ganzer Pie gewesen, wenn ich ihn auf dem Arm gehabt hätte. Da die Party aber erst um 20 Uhr los ging und wir ja noch von Stuttgart nach Karlsruhe mussten, ließ ich Mann und Kind (der dann auch noch krank war) daheim.

Stylingtechnisch wurde es dann doch “nur” ein Kleid mit ausgestelltem Schwinge-Rock und dazu die Strickjacke von meiner Hochzeit. Ich erinnere mich, dass damals jemand diese Jacke als Bettjäckchen bezeichnet hat. Danke auch dafür noch einmal.

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Aber mein Beitrag zum Pie-Buffet sollte dann wenigstens was richtig Gutes werden. Miri kann man mt allen fleischigen Schmorgerichten begeistern. Und da ich sowieso einen fleischigen Pie machen wollte, wurde es also Gulasch Pie. Die Aluminiumschalen hatte ich noch daheim. Für ein Buffet daheim würde ich kleine Auflaufformen verwenden, die sind natürlich hübscher. Aber wie es auf Partys so ist, wäre es umständlich gewesen, nachts um halb zwei noch die Formen einzusammeln. Außerdem hatte ich hierfür noch Deckel. Das Gulaschhabe ich am Freitag abend zubereitet, fertig gebacken habe ich am Samstag nachmittag.

Für ca. 12 Pies braucht man:

  • 1 Kilo Gulaschfleisch (ich habe Rind genommen)
  • 5 EL Mehl, Paprikapulver, Salz
  • 1-2 EL Öl oder Butterschmalz
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 2-3 Karotten
  • 1/2 Sellerieknolle
  • 2-3 EL Tomatenmark
  • 1 Knolle Knoblauch
  • 1/2 Liter Rinderfond
  • 1/4 Liter Rotwein nach Geschmack
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Wacholderbeeren, 5-8 Pfefferkörner
  • ca. 5 mittelgroße Kartoffeln
  • 2 oder (je nach Deko) 3 fertige Packungen Blätterteig ODER selbergemachter Pieteig
  • 1 Eigelb

Was ihr sonst noch braucht:

  • 12-13 Auflaufformen
  • Ausstecher nach Wahl

Das Gulasch sollte, falls möglich, am Tag vorher zubereitet werden, dann kann es schön durchziehen.

Die Gulaschwürfel klein schneiden und mit Mehl und Paprikapulver einstäuben; dann die Zwiebeln, Sellerie und Karotten in kleine Würfel schneiden und im Öl in einem großen Topf glasig anbraten. Dann das Fleisch hinzufügen und mindestens 8-10 Minuten scharf anbraten. Ein paar Prisen Salz über das Fleisch geben. Den Knoblauch pressen oder klein schneiden und unterrühren. Das Tomatenmark hinzufügen und mit anbraten. Nach weiteren 2 Minuten mit dem Fond und dem Rotwein ablöschen. Gut umrühren und einmal aufkochen lassen. Dann den Pfeffer und die Wacholderbeeren im Mörser oder mit einem sehr festen Glasboden fein zermahlen und zusammen mit den Lorbeerblättern zum Gulasch geben. Dann das Ganze bei kleiner Stufe mindestens 1 1/2 Stunden köcheln. Wer einen guten Bräter hat, kann es auch darin umfüllen und bei 120 Grad 2 Stunden im Ofen schmoren.

Kurz vor Ende der angegebenen Zeit die Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und dem Gulsch hinzufügen, noch 10 Minuten weiterkochen und ruhen lassen. Kurz abschmecken und nach Geschmack noch Salz, Pfeffer oder Paprikpulver hinzugeben. Die Lorbeerblätter entfernen. Das Gulasch sollte dickflüssig sein, ein bißchen dickflüssiger als man es normalerweise isst. Nachdem das Gulasch ein bißchen abgekühlt oder über Nacht gestanden ist, in die Auflaufformen verteilen. Den Ofen auf 180 Grad Umluft aufheizen.

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Dann den Blätterteig aus dem Kühlschrank holen und die Deckel aus dem Teig zuschneiden. Dafür entweder Rechtecke schneiden oder für runde Auflaufformen ein Glas benutzen. Überbleibsel kann man vewenden, um den Rand mit einer Girlande zu dekorieren. Für die sonstige Deko kann man jeden Ausstecher verwenden, der saisonal

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oder mottotauglich ist. Da Miri verrückt nach Star Wars ist, kamen mir die Ausstecher ganz recht. Für Weihnachten könnte man Sterne und Blätter von Stechpalme verwenden, für Ostern (hmmm Kaninchenragout) einen Hasen und im Herbst Äpfel und Kürbisse. Oder was man eben im Schrank hat. Es kann gut sein, dass 2 Packungen Blätterteig reichen, ich musste eine dritte anfangen und habe aus dem Rest Apfeltaschen gebacken.

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Wenn alle Auflaufformen fertig sind, diese in ein tiefes Blech stellen und mit Eigelb bestreichen. Ich habe die ausgestochene Deko nicht bestrichen, sondern pur gelassen, weil sich das Eigelb unschön in den Vertiefungen absetzt.

Dann das gesamte Blech bei 180 Grad Umluft ca. 20 Minuten backen. Kann kalt oder warm gegessen werden.

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Die Idee des Gulasch Pie kam gut an oder wie lässt es sich sonst erklären, dass Miri mit einer Gabel bewaffnet durch den Raum rannte, um doch noch ein Stück abzubekommen? Denn leider hatte ihr Mann die letzte Schale wegschnabbuliert.

 

Winterliches Stuttgart – ein Spaziergang im Höhenpark Killesberg

Als wir heute morgen aufwachten, stellten wir noch im Bett fest, dass wir vergessen hatten, frisches Brot zu kaufen. Unser Bäcker im Ort ist leider nicht so gut und auf selber Backen hatte ich keine Lust. Wie jedes Mal in dieser Situation schlug einer von uns vor: “Lass uns frühstücken gehen!” “Yeah, aber wir sollten irgendwo frühstücken, wo wir spazieren gehen können. Baby M braucht frische Luft!” (Er ist nämlich nach einer Grippe noch nicht wieder ganz fit)

Nach kurzem Check meiner eigenen Brunch/Frühstücksliste haben wir uns also für den Killesberg entschieden. Die Gegend ist eine Mischung aus ehemaliger Messe, exklusiver bis sehr teurer Wohngegend und der Weißenhofsiedlung. Der Höhenpark liegt mittendrin und ist bei vielen Stuttgartern beliebt. Ich selber muss gestehen, dass ich ihn erst letzten Sommer entdeckt habe und war beim ersten Spaziergang so begeistert, dass ich immer wieder rief “Hier isses so schön!” Man macht sich bis heute über mich lustig. Pfffff……

Wir sind also auf den Killesberg gefahren und haben uns im Scholz am Park noch einen Platz ergattert. Dort ist man so serviceorientiert, dass unserem Sohn erst einmal ein Malbuch angeboten wurde. Da er aber erst 8 Monate alt ist, mussten wir ablehnen. Obwohl das Restaurant sehr schick aufgezogen ist und die Preise nicht gerade untere Kategorie sind, ist das Scholz bestens auf Familien eingerichtet: ein Wickeltisch steht bereit und ich habe mndestens 8 Kinderstühle gezählt. Keiner fühlte sich von unserem Kinderwagen gestört und so haben wir es uns gut gehen lassen. Wer schon eine Weile bei mr mit liest, weiß dass ich Frühstück auf Etageren liebe, liebe, liebe.

Anna im Backwahn Brunch Café Scholz Killesberg Stuttgart

Nach dem Frühstück haben wir uns dann wieder eingepackt und sind raus in den Schnee. Das Wetter war sich mit sich selbst nicht ganz einig: einmal ging ganz schön Wind, dann kam die Sonne raus und dann schneite es so stark, dass wir was über den Kinderwagen friemeln mussten. Bis wir es so drangefriemelt hatten, dass es gut saß, war das Schneetreiben schon rum.

Anna im Backwahn Killesberg Stuttgart

Im Sommer ist der Park ein Traum. Nicht nur zwei Cafés locken zum Verweilen, auch die vielen Bänke, die große Wiese im Tal der Rosen und der kleine Jahrmarkt sind schöne Highlights. Ein Streichelzoo und ein Spielplatz sind für die Kleinen da. Und wer nicht neben Hirsekringel essender Kinder seinen Sonntagnachmittag verbringen möchte, hat genug Platz, sich drum rum aufzuhalten. Am Ende des Parks kommt dann noch das Freibad, das schon oft in Listen mit den schönsten Freibädern Deutschlands gelandet ist. Jedes Mal, wenn wir dort sind, bin ich so begeistert. Es ist einfach so schön. So schön :-)

Jetzt im Winter ist der Park nicht weniger gut besucht. Viele Familien mit Schlitten, ein paar Jogger und viele Paare jeden Alters waren unterwegs. Die Wege waren gut geräumt, wir sind mit dem Kinderwagen überall durchgekommen und nach herrlichen 1 1/2 Stunden an der frischen Luft hab ich uns noch ein paar Berliner äh Krapfen für daheim mitgenommen. Durch den Schnee sieht der Park nochmal ganz anders aus und ist richtig schön. Wer also mal in Stuttgart ist und eine schöne Spziergangstrecke sucht, könnte sich mal den Höhenpark anschauen.

Anna im Backwahn Killesberg Stuttgart

 

Apfelkuchen mit Mandelkruste

Heute gibt es ein Rezept für euch, das letztes Jahr im November ganz toll bei meiner Familie ankam. Aber zuerst möchte ich euch danke sagen für euer tolles Feedback zu meinem letzten Artikel. Ich finde es schön, dass ihr euch auch für Geschichten aus meinem Leben interessiert.

Aber da wir hier ja bei Anna im Backwahn sind, muss ich meinem Namen mal wieder alle Ehre machen. Und das ist mt dem folgenden Rezept wirklich kinderleicht: leicht zerbröselnder Mürbteig, saftiger Apfel und knusprige Mandelkruste. Bestimmt habe ich euch schon mal erzählt, dass mein Papa sich während meiner Motivtorten-Hochphase “mal wieder was Normales” gewünscht hat. Damals habe ich ihm eine Schwarzwälder-Kirschtorte gemacht. Und obwohl ich große Lust auf eine Motivtorte gehabt hätte, habe ich für meinen Geburtstag letzten November einen Apfelkuchen gemacht, der mal ein bißchen anders war als der übliche Blechkuchen.

Anna im Backwahn Apfelkuchen Mandelkruste

Für eine 26er Springform braucht ihr:

  • 200gr Mehl
  • 100gr gemahlene Mandeln
  • 1TL Backpulver
  • 75gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1Pck Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 150gr kalte Margarine oder Butter
  • 5 große Äpfel (z.b. Boskop)

Für die Mandelkruste

  • 150gr Butter
  • 75gr Zucker
  • 1Pck Vanillezucker
  • 1EL Honig
  • 6EL Schlagsahne
  • 150gr gehobelte Mandeln

Für den Teig das Mehl, den Zucker, den Vanillezucker, das Ei und die Butter in Flöckchen zu einem Teig verkneten. Wenn der Teig eine feste Konsistenz hat und sich zur Kugel formen lässt, ihn in eine Folie einwickeln und für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Dann die Äpfel schälen, entkernen und in Achtel schneiden. Jedes Achtel nochmal ein oder zwei Mal durchschneiden. Die Äpfel zur Seite legen.

Anna im Backwahn Apfelkuchen Mandelkruste

Den Ofen auf 175 Grad Umluft/180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Für die Mandelkruste alle Zutaten außer der Mandeln in einem Topf erst langsam erhitzen und dann unter Rühren aufkochen. Dann die Mandeln unterrühren und den Topf auf dem austegestellten Herd stehen lassen.

Den Mürbteig nun noch einmal durchkneten und per Hand in eine ausgefettete Springform drücken. Wer mag, kann den Teig auch mit einem Nudelholz auswellen, aber dafür bin ich meist zu faul :-)

Jetzt die Äpfel in die Form geben, ein bißchen glatt drücken und die Mandelmasse über die Äpfel verteilen. Durch die Hitze wird sich die Flüssigkeit der Masse über die Äpfel verteilen und nachher göttlich nach Karamell schmecken. Den Kuchen in den Ofen schieben und ca. 40 Minuten auf der zweiten Schiene von unten backen. Zwischendurch mal checken, ob die Kruste schon sehr braun ist, dann lieber ein Stück Alufolie drüber legen.

Anna im Backwahn Apfelkuchen Mandelkruste

 

 

Warum ich ein (leibliches) Kind haben wollte. [Muddi-Artikel]

Während meiner Schwangerschaft hörte ich oft den Satz „Ich bin so gespannt, wie er aussehen wird!“ So richtig hat es aber keiner formuliert. Denn die meisten wollten wohl sagen „Ich bin gespannt, wie deine Gene“ (Südost-Asiatin, dunkle Haut, durchschnittliche 168cm) „und die deines Mannes“ (Mitteleuropäer, helle Haut, 190cm groß) „in eurem Sohn raus kommen.“ Und ja, ich war auch gespannt. Die Familie meines Mannes hat immer orakelt, dass er bestimmt groß wird, wenn er besonders viele von ihren Genen abbekommt (in seiner Familie sind alle recht groß ). Insgeheim hoffte ich ja, dass er besonders viel von mir abbekommt: asiatische Augen, dunkle Haut, schwarze Haare. Ich freute mich auf eine kleine Version von mir, ein Spiegelbild, ein Mini-Me. Ich wünschte mir das so sehr, habe das aber nie jemandem erzählt, weil ich ja sowieso keinen Einfluss darauf hatte. Zudem wäre die Frage gekommen: Warum ist dir das so wichtig? Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein bißchen ausholen.
Ich bin die Jüngste von drei Töchtern. Meine älteste Schwester ist vier Jahre älter als ich, sie wurde von unseren Eltern aus Peru adoptiert. Ihre Haare sind tiefschwarz, ihre Haut leicht dunkler als die mitteleuropäische. Meine nächstältere Schwester ist zwei Jahre älter als ich und ist das leibliche Kind unserer Eltern. Sie hat sehr helle Haut und lange blonde (okay, blondierte) Haare. Jeder, der uns sieht, würde uns nicht für Schwestern halten. Diese Unglaubwürdigkeit haben Menschen gern auch schon früher laut zum Ausdruck gebracht. Beim Anblick meiner Mutter mit uns dreien: “Die treibt’s auch mit jedem!” Oder auch das Gegenteil. Man wollte unserer Mutter Geld zustecken, weil man dachte, sie würde für ein Kinderheim arbeiten. Dass jede von uns anders aussieht und zwei von uns nicht die leiblichen Kinder unserer Eltern sind, war für uns niemals relevant. Wir haben gestritten und uns versöhnt, wir haben unsere Eltern stolz gemacht und Sorgen bereitet, ganz wie es Kinder eben tun.

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Meine Schwestern und ich

Adoptierte Kinder teilen sich grob gesagt in zwei Kategorien. Die, für die ihre Adoptivfamilie ihre “richtige” Familie ist, und die, die sich nie richtig zugehörig und identitätslos fühlen, auch wenn sie ihre Adoptivfamilie sehr lieben. Für die erste Kategorie kommt wohl trotzdem oft der Zeitpunkt, an dem sie zumindest ihr Geburtsland kennen lernen wollen oder sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern machen. Dieser Zeitpunkt geht oft mit der Gründung einer eigenen Familie einher. Hochzeit oder die erste Schwangerschaft bringen Gedanken rund um Herkunft und Zukunft mit sich. Ich selber habe das gemerkt, als wir meine Geburtsurkunde von der Botschaft in Berlin anfordern mussten.

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Meine Schwestern und ich

Ich fühle mich ganz und gar als Tochter meiner Eltern, ich fühle, dass Stuttgart meine Heimat ist. Für mich gibt es keinen Grund nach meinen leiblichen Eltern zu suchen. Trotzdem gibt es eine Sache, die tief in meinem Herzen schlummert, die ich ich noch nie laut ausgesprochen habe: In meiner Familie sieht mr keiner ähnlich. Einige von euch werden jetzt denken: Na, ist doch nicht schlimm, ich sehe weder wie meine Mutter noch wie mein Vater aus. Wenn ihr jetzt aber weiter denkt und vielleicht Bilder von euren Vorfahren anschaut oder die Kinder eurer Geschwister seht, dann blitzt da vielleicht doch eine Ähnlichkeit auf.

In meiner Familie sind optische Ähnlichkeiten kreuz und quer vorhanden. Die Töchter meiner Schwester sehen ihr so ähnlich, dass ich von weitem kaum sagen kann, wer da vor dem Haus steht. Und auch untereinander sehen ihre Kinder sich alle so ähnlich, dass man auf Kinderfotos nicht sagen kann, wer das nun ist. Es ist tatsächlich nur an der Jahreszahl zu erkennen. In der Stammfamilie meines Vaters gibt es die Kinnfalte. Mein Großvater und Großonkel haben eine richtige Spalte am Kinn, mein Vater eine Falte und meine Schwester ein tiefes Grübchen. Nicht, dass ich diese Kinnfalte haben möchte, aber es ist eben eine vererbte Ähnlichkeit, die ich so nicht habe. Auf dem Video unserer Hochzeit huscht ab und zu eine Person durchs Bild, die entweder mein Mann oder mein Schwiegervater sein könnte. Es ist nicht ganz klar, denn Statur, Haar, Größe und Bewegungen sind bei den beiden sehr ähnlich. Wenn meine Schwester in einem bestimmten Winkel nach unten schaut, sieht sie genau so aus wie meine Mutter auf diesem Bild aus den 70er Jahren: die blonden  Haare, das Gesicht, die Mimik.

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Meine Mama und ich

Und so gibt es viele, viele Beispiele für optische Ähnlichkeiten. Nur meine Optik beginnt und endet bei mir. So war es jedenfalls bisher. In der Schwangerschaft habe ich oft darüber nachgedacht, ob es Vor- oder Nachteile für meinen Sohn geben könnte, wenn er besonders wie ich aussieht. Einen kleinen Asiaten in Zeiten von Pegida und brennenden Flüchtlingsheimen in die Welt zu setzen, ist möglicherweise ein Wagnis. Wobei Stuttgart an sich, eine zwar sehr konservative, aber dennoch “offene” Stadt ist. Hier trifft man viele Schwaben, die nicht wie Schwaben aussehen. Jetzt erst verstehe ich, wie schwer es für meine Eltern in den 80er Jahren gewesen sein muss, Kinder zu haben, die optisch nicht in unseren Stuttgarter Vorort gepasst haben. Wie die Leute geguckt haben; wie man seine Kinder gern vor fremden Gaffern beschützt hätte.

Anna im Backwahn

Ich als Baby

Die Gaffer kennen mein Mann und ich zur Genüge. Oft schauen uns Menschen an, nein, sie starren eher. Und in ihren Augen spiegeln sich Gedanken wie “Aus welchem Katalog hat der die wohl bestellt?” Paare gemischter ethnischer Herkünfte sind hier wohl immer noch aufsehenerregend. Und da ist es ganz egal, ob wir uns mitten in der Innenstadt befinden oder im Baumarkt auf dem Land. Gerne schwäbel ich dann besonders ausführlich, um die Menschen noch mehr zu verwirren.
Aber kommen wir zurück zu meinem Sohn. Als mein Mann und ich begannen, über eine kleine Familie nachzudenken, gab es für uns zwei Optionen: ein Kind auf natürlichem Weg zu bekommen oder einem Kind die Möglichkeit zu geben, Teil unseres Lebens zu werden. Für viele Paare ist Adoption keine Option, weil natürlich ein Teil der körperlichen Erfahrungen weg fallen und man eben auch nicht seine Gene weiter gibt. Als wir einige Rückschläge hinnehmen mussten, war ich schon kurz davor, mich zum Thema Adoption zu informieren. Ich wusste aus den Unterlagen meiner Eltern, dass viel Schreibkram durch viele Hände gehen muss, und man viel Geduld mitbringen muss bis man ein nicht-leibliches Kind “mein Kind” nennen kann. All dies und eben die Tatsache, dass ich gerne ein kleines Mini-me gehabt hätte, hat mich der Natur nochmal eine Chance geben lassen.


Gegen Ende der Schwangerschaft habe ich mir nicht mehr viele Gedanken darüber gemacht, wie mein Sohn aussehen würde. Ich dachte nur “Hoffentlich tut das Ganze nicht so weh – Hoffentlich dauert die Geburt nicht drei Tage – Hoffentlich geht alles gut – Hoffentlich erkenne ich die Wehen, wenn es soweit ist…..” Nach einer kurzen, nur am Ende etwas aufregenden Geburt war er endlich da. Ihm hing noch diverses Zeug in den Haaren und am Körper, aber eines konnte meine Mutter schon feststellen: “Er sieht aus wie du, als ich dich damals heimgeholt habe.” Das war so schön und tat mir so gut.
Und auch jetzt, über 7 Monate nach seiner Geburt, sehe ich viel von mir, aber auch viel von Herrn M in ihm. Die Nase und die Augen hat er von mir. Diese tiefdunklen Augen. Dazu das dunkle, dichte Haar. Und wenn er so vom Boden zu mir hoch schaut, ist die Ähnlichkeit zu mir als Baby auf jeden Fall da. Und mehr hatte ich mir ja gar nicht gewünscht.

“Ich will gesund für dich sein” + Gesunde Chocolate Chip Cookies [Muddi-Artikel]

Der vergangene Frühling hat einiges verändert. Als unser Sohn im Mai zur Welt kam, waren mein Mann und ich überglücklich. Alles war neu und schön, sanft und laut. So viele erste Male und dieser Babygeruch am Hinterkopf. Wenn er nach meiner Nase greift und wenn er laut schreit vor Hunger. Die vielen Momente, die mir ganz klar sagen “Jetzt bist du am Zug, du bist verantwortlich für dieses kleine Wesen. Du wirst dir so viele Gedanken darüber machen, was du tun musst, damit es ihm gut geht, dass er sicher aufwächst und dass er weiß, dass du (sowie Papa) immer für ihn da bist.”

Man schweift mit den Gedanken in die Zukunft und sieht den kleinen Bub als erwachsenen Mann. Und wenn alles gut läuft, sieht man sich selbst als alte Frau. Und das ist eines meiner neuen Ziele im Leben: Für ihn da sein, solange es mir erlaubt ist. Gesund bleiben, um da zu sein. Diese vielen Gedanken bringen einen dazu, darüber nachzudenken, ob man denn überhaupt gesund genug ist, um es bis dahin zu schaffen. So an sich sage ich mal ja. Aber mein Mann und ich sind Genießer verschiedener kulinarischer Köstlichkeiten, von denen wir wissen, dass sie nicht immer so gesund sind.

Also haben wir ein paar Veränderungen vorgenommen. Ich möchte es nicht als Ernährungsumstellung bezeichnen, denn dazu ist das Ganze nicht allumfassend. Aber es gab einiges, worüber wir uns einig waren.

Und so sah das Ganze aus:

  • Limonade wurde vom Speiseplan gestrichen. Dabei lieben wir beide Limos sehr. Wir trinken jetzt immer Wasser, ab und zu mit Saft gemischt, oder ungesüßten Tee und Kaffee (wobei ich hier meistens Kokosblütenzucker verwende, ohne ist mir Kaffee zu bitter).
  • Wir verwenden wenig weißen Zucker, haben dafür Ahornsirup, Kokosblütenzucker und andere Obstsüße für uns entdeckt. Als Nächstes will ich mal schauen, was es so mit Dattelsüße auf sich hat.
  • Wir essen kaum Wurst mehr und nur manchmal Fleisch. Alle zwei bis drei Wochen packt es uns und wir kaufen ein Stück Salami. Dann reicht es mir aber auch schon wieder und ich esse wieder Käse und vegetarische Brotaufstriche.
  • Wir verwenden wenig weißes Mehl, dafür viel Dinkelmehl und Dinkelvollkornmehl. Wir versuchen eher Vollkornpasta statt normaler Pasta zu kaufen, wobei die meist nicht so gut schmeckt wie die Weiße. Auf Couscous kann ich leider auch nicht verzichten, den mag ich sehr als schnelles Essen. Auch beim Brot kommt mehr Vollkorn und Dinkel auf den Tisch. Wenn ich unter der Woche alleine frühstücke, gibt es oft Porridge, das kann ich mit frischem Obst und Nüssen toppen und ab und zu auch mit Schokostreuseln :-))
  • Wir haben unseren Süßigkeitenkonsum sehr eingeschränkt. Der nachmittägliche Heißhunger auf Schoko oder Kekse hat sich vier Monate in Grenzen gehalten und wird erst jetzt durch die Weihnachtsleckereien auf eine fiese Probe gestellt.
  • Dank unserer Biokiste kochen wir viel frisch, obwohl ich zugeben muss, dass Zeitmangel und Bequemlichkeit ab und zu auch chinesisches Essen vom Lieferdienst bestellen lassen. Aber Obst und Gemüse sind immer Teil unserer Mahlzeiten, das ist ja schon seit langer Zeit so, wie man auch schon in unseren Vesperboxen gesehen hat.

Ihr seht also, dass wir nur Kleinigkeiten geändert haben und trotzdem ab und zu schlemmen (in der Lieblingskonditorei werden auch mal zwei Stück Torte bestellt). All das zusammen mit Bewegung  am Kinderwagen (3-4 Mal pro Woche ca. 3-5km Spazierengehen) hat dazu geführt, dass ich 5 Kilo und mein Mann über 10 Kilo seit August abgenommen haben. Das war zwar nicht unser alleiniges Ziel, gehörte aber zum “Für die Zukunft bereit sein” dazu, denn je weniger Übergewicht, desto besser.

Und als die Beikosteinführung (für alle Nichtmuddis: Brei) unseres Sohnes kam, mussten wir uns so langsam mit noch einer Sache auseinandersetzen: Bereits in seinem jungen Leben hat er eine Lebensmittelunverträglichkeit, die ihn und uns in vielem einschränken wird. Wir hoffen, dass sich das bis zum Grundschulalter verwächst. Ich schreibe mit voller Absicht  nicht, worum es sich hierbei handelt, da ich keine Lust auf Diskussionen habe à la “Sagrotanverseuchte Haushalte züchten sich ihre Allergien selbst heran” – Danke, hatte ich schon, und da bin ich strikt: Kommentare dieser Art werden nicht veröffentlicht.

Dieser Umstand zusammen mit unserem Bedürfnis nach gesünderer Ernährung hat mich dazu gebracht, mir vegetarische Zeitschriften zu holen. Mit denen war ich nicht zufrieden. Viele Artikel darin waren dogmatisch, was ich in Verbindung mit Ernährung gar nicht mag. “Warum ich keinen Allesfresser daten kann!” Find ich komisch, kann ich nicht brauchen.

Dann habe ich gesehen, dass Veronika von Carrots for Claire ein Buch herausbringt und war gespannt. Von ihrem Blog habe ich das erste Mal in 2014 gehört. Veronikas Schwester Barbara war eine Teilnehmerin in einem meiner Blogger-Workshops. Und als wir uns am Schluß verabschiedet haben, drückte sie mir einen Zettel in die Hand und sagte: “Schau doch auch mal bei meiner Schwester rein, sie hat einen Blog eröffnet mit gesundem Essen.” Eine ganze Weile lag der Zettel auf dem Schreibtisch bis ich mal aufräumte und mir den Blog anschaute. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits schwanger und schaute mir die Sachen genau an. Denn dieses gesunde Bewusstsein setzt eigentlich schon in der Schwangerschaft ein, nur hatte ich da meist nicht die Energie mich mit allzu viel Neuem beim Thema Ernährung auseinanderzusetzen. Da habe ich meist einfach auf Bedürfnisse reagiert. Aber ich wusste, dass ich bei Veronika eine Anlaufstelle habe, um mich zu informieren.

Also kaufte ich mir das Buch und las es von vorne bis hinten durch. Ich hatte mir auf Veronikas Blog auch schon einige Artikel zum Thema “Einstieg in die gesunde Ernährung” und “Mein Vorratsschrank” durchgelesen und wusste, dass sie selbst sagt, dass es nicht einfach ist, von heute auf morgen umzusteigen. Ich mag ihre Rezepte, denn alle Zutaten, die eher außergewöhnlich sind, werden erklärt und es wird oft eine Alternative angegeben. Wenn ich also grade kein Kokosöl zur Hand habe, nehme ich Butter.

Und was ich neben ihrer unaufgeregten und eben nicht-dogmatischen Art zu dem ganzen Thema auch noch sehr mag, ist ihr Geständnis “Ich verzehre mich immer noch oft nach Süßem, aber hab jetzt Rezepte, mit denen ich dem nachgeben kann” (sinngemäß). Denn ja, da stimme ich ihr zu, gesunde Süßigkeiten, die schmecken bzw. nicht nach Gesund schmecken, sind die Königsdisziplin in einer Küche.

Copyright: ZS Verlag

Copyright: ZS Verlag

Und wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich innerhalb eines Monats mehrmals ein gesundes Keksrezept backen würde, den hätte ich für verrückt gehalten. Doch genau so kam es, denn dieses Cookierezept braucht nur wenige Zutaten, dauert nicht lange und ist echt lecker und voller guter Sachen.

Anna im Backwahn Carrots for Claire Cookies

Für 12 kleine oder 8 große Kekse braucht ihr:

  • 3EL mildes Kokosöl (wird oft auch neutrales Kokosspeisefett genannt) oder Butter
  • 20gr Kokosblütenzucker
  • Meersalz
  • 1-2 Msp. Vanillepulver
  • 1 TL Ahornsirup (ich mache meist 2 rein)
  • 1 Ei
  • 50 gr Dinkelmehl
  • 20gr Vollkorndinkelmehl
  • 1 Msp Backpulver
  • 3EL Zartbitter-Schokodrops oder getrocknete Früchte wie Cranberries, Blaubeeren oder Himbeeren

Das Fett schmelze ich kurz in der Mikrowelle und rühre die Zuckerarten und die Vanille drunter. Wenn das Ganze kalt genug ist, rühre ich das Ei unter und gebe die Mehlarten und das Backpulver dazu. Alles zusammen rühre ich zu einem homogenen Teig und gebe die Schokodrops oder Früchte drunter. Ich habe auch schon Haferflocken als Zutat versucht,  dann wird der Keks allerdings ein bißchen trocken. Den Teig gebe ich mit zwei Teelöffeln auf ein Backblech mit Backpapier und backe die Cookies bei 180 Grad für 12 Minuten. Zum Auskühlen kommen sie auf ein Gitter.

Mit viel Glück halten die Kekse 2 Tage, aber meistens sind sie schon vorher verputzt.

Anna im Backwahn Carrots for Claire Cookies

1 x Vorbereiten, 5 x Mittagessen – meine Tipps zum Thema “Meal Prep Week” inklusive Einkaufsliste [Muddi-Edition]

*Achtung, langer Artikel. Bitte ein bißchen Zeit mitbringen.*

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich seit der Geburt unseres Sohnes als Vollzeitmuddi daheim. Und würde ich so einen Artikel zum Thema “Was mir vorher mal jemand hätte sagen können” schreiben, würde ganz oben drin stehen: “Man hat gar nicht mehr so viel Zeit für alles mögliche. Keine Zeit stundenlang Serien zu gucken, keine Zeit jeden Abend ein entspannendes Bad zu nehmen, keine Zeit sich stundenlang zu schminken, keine Zeit für tägliche Vier-Gänge-Menüs.” (Die Bedeutung des Begriffs Ironie kennt ihr aber, näch!?!) Zum einen bringen euch Muddis-to-be solche Listen gar nix. Denn entweder sie machen euch Angst oder nichts von dem, was auf euch zutreffen wird, erscheint darin. Oder interessiert es hier jemanden, dass ich jetzt größere Füße habe als vorher?

Okay, hätten wir das geklärt. Das Thema Zeit ist und war schon immer ein Thema. Irgendwie hat man nie genug davon. Der Tag könnte länger sein, nur um so ein, zwei Stunden, damit man all das, was man noch erledigen möchte, auch wirklich machen kann. Eines lernt man als Eltern aber recht schnell. Alles mögliche kann warten, aber dieser kleine Mensch da in deinem Arm wartet nicht. Der hat Hunger, der braucht ne frische Windel, der will in den Schlaf gewogen werden, der braucht gewaschene Klamotten und saubere Fläschchen. Das alles kann nicht warten.

Was hingegen warten kann, ist man selber. Vor allem das eigene Essen. Meint man jedenfalls; und zwar so lange bis man abends megaschlechte Laune hat und sich vor lauter Hunger ne Packung Kekse vor dem Fernseher rein pfeift. Geht schon mal, aber eben nicht immer. Mehr Hüftgold kann ich vertragen, aber diese schlechte Laune, die geht gar nicht.

Herr M. und ich haben das Glück, dass er mittags oft zum Essen heimkommen kann. Das hat einige Vorteile: wir sparen Geld, wir drei sehen uns zwischendurch und gesünder ist Selbstgekochtes allemal. Und so nehme ich mir ein paar Mal pro Woche die Zeit ein schnelles Mittagessen zu kochen. Wie so ne brave Hausfrau halt, höhö. Und dann gibt es aber Wochen, in denen er mittags nicht heimkommen kann, und ich mir so denke “Ach, heut ess ich einfach bissel später, vielleicht nur ein Brot, muss ja nix Aufwändiges sein.” Und zack ist es 18 Uhr und ich hatte nur ne Banane um 10 Uhr.

Um das zu verhindern, habe ich vorletzte Woche das Ganze mal ordentlich angepackt und mir einiges vorbereitet. In den USA nennen sie das Meal-Prep (meist Montags oder Sonntags) und da werden dann ganze Mahlzeiten fertig gemacht und im Kühlschrank verstaut. Da bin ich nicht so der Fan von. Ich esse fertig gekochtes Essen nur zwei Tage lang. Zutaten hingegen verwende ich auch gerne einige Tage lang.

Und so ist meine Meal-Prep-Week (klingt besser als Mahlzeiten-Vorbereitungswoche) entstanden.

Bei der Vorbereitung einer solchen Woche gilt es, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wie sieht meine Woche aus, bin ich jeden Mittag daheim oder esse ich auch mal auswärts? – Ich war an allen fünf Wochentagen um die Mittagszeit daheim.
  2. Wieviel Zeit will ich pro Mahlzeit investieren? – Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr als 10 Minuten pro Mahlzeit zu brauchen.
  3. Will ich jeden Tag etwas Warmes essen oder reicht mir auch mal ein Salat mit tollen Zutaten? – Ich hatte drei warme Gerichte und zwei Salate.
  4. Auf was habe ich Lust?
  5. Habe ich genug Platz im Kühlschrank für alles? – Ich musste ein bißchen Platz schaffen, aber dann hab ich alles untergebracht.

Meine Woche sah folgendermaßen aus:

  • Montag: Nudelsalat
  • Dienstag: Nudeln mit Soße
  • Mittwoch: Couscoussalat
  • Donnerstag: Fajitas
  • Freitag: Omelette

Natürlich habe ich auch eine entsprechende Einkaufsliste und ein paar Tipps zu den Vorbereitungen für euch vorbereitet. Im Verlauf der Woche sind mir ein paar Verbesserungen aufgefallen, die ich euch an den entsprechenden Stellen notiere.

Einkaufsliste

  • 2 Romanaherzen (ich habe Lollo Biando oder so ähnlich und Radicchio verwendet, beides ist viel zu viel für eine Person)
  • 200gr Nudeln (ich hatte zuerst 250gr berechnet, aber auch das war zu viel)
  • 1 kleine Aubergine
  • 1 kleine Zuchini
  • 1 rote Paprika, 1 gelbe Paprika (die grünen mag ich nicht)
  • 10 Tomaten
  • 1 Gartengurke
  • (2 Mozarella, die ich aber vor lauter Zutaten vergessen hatte)
  • 1 Dose Mais
  • 1 Glas schwarze oder andere Oliven
  • 1 Beutel Gratinkäse oder anderer geriebener Käse
  • 6 Eier
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln (habe ich spontan beim Einkaufen mitgenommen)
  • 1 Becher Naturjoghurt (ich hatte ursprünglich Creme fraiche geplant, der Joghurt aus der Woche davor musste aber aufgebraucht werden – geht aber beides)
  • 1 Avocado
  • 100gr Couscous
  • 1 Packung softe Tortillas

Was ihr sonst noch braucht: Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Tomatenmark, Balsamicodressing, Olivenöl, Senf, weitere Kräuter und Gewürze nach Geschmack + ein Einmachglas für die Salatsoße.

Für die Vorbereitung habe ich mir 1 bis 1 1/2 Stunden Zeit nach dem Sonntagsfrühstück genommen, so genau weiß ich das nicht mehr, weil immer wieder was Babymäßiges dazwischen kam. Wenn man sich aber richtig drauf konzentriert, kriegt man das alles in einer Stunde hin. Vielleicht kann man das Ganze auch zu zweit vorbereiten, das spart nochmal Zeit. Bei uns wäre das genau eine Runde Vormittagsschlaf.

Natürlich kann man sich die Sachen auch super vorbereiten, wenn man kein Kind hat, dafür aber wenig Bock auf Fertigpizza jeden Abend nach der Arbeit.

Meal Prep Week Anna im Backwahn

Stellen wir uns also in die Küche und bereiten vor. Als erstes habe ich zwei Töpfe auf den Herd gestellt. In den einen kam Wasser zum Nudeln kochen, in den anderen das Wasser für den Couscous (hier bitte auf die Zubereitung auf der Packung achten). Dann habe ich alle Gemüsesorten gewaschen und mir eine Müllschüssel bereit gestellt. Dann habe ich ein paar Aufbewahrungsschüsseln und -boxen bereit gestellt, in die die geschnittenen Zutaten rein kommen. Hier empfehlen sich besonders luftdichte Boxen. Falls sich bei euch jetzt die Frage nach den Nährstoffen: “Sind denn da noch welche da, wenn du das Gemüse am Sonntag schon schneidest?” Gegenfrage: “Was hat mehr Nährstoffe? Nichts bzw. 1 Packung Kekse oder Paprika, die vor zwei Tagen schon geschnitten wurde?” Also, gut, dass wir drüber geredet haben.

Dann habe ich eine große Pfanne aufgestellt und die Zuchini in Stücke geschnitten. Erst die Zuchini der Länge nach in zwei Hälften und jede Hälfte nochmal drei Mal der Länge nach. Davon dann Scheiben, die ich in Olivenöl gebraten habe. Während die Zuchini in der Pfanne waren, habe ich die Aubergine in genauso große Stücke geschnitten und mit Salz bestreut, so tritt das Wasser aus und sie werden in der Pfanne nicht ganz so matschig. Dann habe ich die Paprika, die Gurke, die Tomaten in kleine Stücke geschnitten und jede Gemüsesorte in eine eigene Box gegeben und im Kühlschrank verstaut (und vorher noch ein Foto gemacht). In der Zwischenzeit hat schon das Wasser gekocht und die Nudeln gingen direkt rein. Sobald das Wasser für den Couscous kochte, habe ich die Körner reingegeben und ein bißchen Salz dazu. Das Ganze quillt dann auf und kann abgekühlt in einer Box oder im Topf aufbewahrt werden. Die Nudeln habe ich auch abgegossen und abgekühlt im Topf in den Kühlschrank gestellt.

Die Auberginen habe ich abgetupft und auch mit Öl angebraten, abkühlen lassen und verpackt.

Als Nächstes habe ich den Salat gewaschen und geschnitten. Den hatte ich als kleine Beilagensalate geplant, wurde aber eines Besseren belehrt und habe den Großteil dann am Mittwoch als Zutat für den Couscoussalat verwendet. In eine Schüssel, ausgelegt mit einem Küchentuch und ab in den Kühlschrank damit. Der Topf vom Couscous stand noch rum, also habe ich darin noch schnell drei der Eier hart gekocht. Auch die kommen in einer Schüssel in den Kühlschrank. Den Mais habe ich zur Hälfte abgegossen und in eine Schüssel mit Deckel gegeben, so hatte ich ihn schneller zur Hand. Zum Schluss habe ich das Bund Petersilie und die Frühlingszwiebeln klein geschnitten – ich nenne es mal in eine streufähige Größe. Auch die habe ich eingeboxt und im Kühlschrank verstaut. Die Oliven und die Avocado kamen erst an den entsprechenden Tagen zum Einsatz. Gratinkäse verstaue ich gleich nach dem Einkaufen im Tiefkühler, so hält er sich länger, vor allem, wenn ich nicht die ganze Packung auf einmal aufbrauche.

Zum Schluß habe ich noch die Salatsoße geschüttelt. Dafür habe ich einen halben TL Salz, einen halben TL Pfeffer, einen halben TL Senf, 10 EL Essig und 12 EL Öl in ein sauberes Einmachglas gegeben und kräftig geschüttelt. Fertig war die Salatsoße. Ach so, den Deckel vor dem Schütteln schließen. Macht weniger Sauerei.

Meal Prep Week Anna im Backwahn

So, haben wir dann alle Zutaten verarbeitet? Die gekochten, die gebratenen, die rohen? Ist überall der Deckel drauf und steht alles im Kühlschrank? Dann freuen wir uns auf die kommende Woche.

Wem aufgefallen sein sollte, dass die Zutaten Fleisch o.ä. vermissen lassen, der sollte wissen, dass ich Fleisch nur gut durchgebraten 1 Tag aufhebe und noch verzehre. Meine Ängste dazu könnt ihr in meinem Artikel vom Juni 2014 nachlesen. Die Mahlzeiten sind alle so gewählt, dass sie auch ohne Fleisch satt machen. Wer mag, kann sich natürlich trotzdem das eine oder andere Steak dazu braten.

Montag

Meal-Prep-Week Anna im Backwahn

Für den Nudelsalat habe ich folgende Zutaten aus dem Kühlschrank geholt: Nudeln, Zuchini, Auberginen, Tomaten, Mais, Oliven, 1 Ei. Ich habe die Hälfte der Nudeln in einen Teller gegeben und von allen anderen Zutaten einen gehäuften Esslöffel drüber gegeben. Dann habe ich das Ei gepellt und in Scheiben drauf gelegt. Über alles kamen 5-6 Esslöffel von der Soße. Zubereitungszeit: 4 Minuten, inklusive Boxen aus dem Kühlschrank holen und wieder aufräumen.

Nudelsalat bereite ich eigentlich immer auf die Art zu. Mit viel Gemüse und ohne schwere Soße. Ich habe hier Vollkornnudeln verwendet, die machen nochmal zusätzlich satter. Wer mag, kann noch eine Handvoll Petersilie und Frühlingszwiebeln drüber geben.

Dienstag

Meal-Prep-Week Anna im Backwahn

Für die Nudeln mit Soße habe ich Nudeln, Paprika, Zuchini, Aubergine, Tomate, Frühlingszwiebeln und Käse aus dem Kühlschrank geholt. Das rohe Gemüse (je 1 gehäuften Esslöffel) kam in eine Pfanne mit Öl und wurde leicht angebraten, dann kam das gebratene Gemüse dazu. Mit etwas Tomatenmark, einem halben Glas Wasser und ein bißchen Oregano habe ich eine Gemüsesoße draus gemacht. Einmal ordentlich aufgekocht und die restlichen Nudeln untergerührt. Ab in den Teller, Käse drauf, fertig. Zubereitungszeit: 6 Minuten, inklusive alles raus holen und wieder in den Kühlschrank packen. Am Ende dieser Mahlzeit sollten die Zuchini, die Aubergine und die Nudeln aufgebraucht sein.

Mit Nudeln mit Soße macht man eigentlich nie was falsch. Ich mag in letzter Zeit besonders, wenn das Gemüse darin vorher schon gebraten wurde und ein bißchen durchgezogen ist. Das ergibt nochmal einen feineren Geschmack.

Mittwoch

Meal Prep Week Anna im Backwahn

Wie gesagt, war für den Mittwoch eigentlich ein Couscoussalat geplant. Da ich aber den Beilagensalat am Montag und Dienstag vergessen hatte, musste ich ein bißchen was aufbrauchen und habe den Teller erst mit grünem Salat und Radicchio belegt. Dazu habe ich den Couscous, die Tomaten, die Gurke, den Mais, 1 Ei, Oliven, Petersilie und Frühlingszwiebeln plus Salatsoße aus dem Kühlschrank geholt. Der Couscous kam ganz drauf, dann wieder je ein gehäufter Esslöffel (wenn man eine bestimmte Zutat besonders mag, gern auch zwei) von allen anderen Zutaten. Oben drauf kam wieder das Ei in Scheiben und 5-6 Esslöffel Salatsoße. Zubereitungszeit: 9 Minuten inklusive Aufräumen.

Das Wunderbare an Salat ist ja die Frische. Deswegen wähle ich dafür immer Salate, die sich lange frisch halten, eben so wie Romana oder Lollo Biando. In einer luftdichten Schüssel oder Box hält sich der Salat einige Tage.

Donnerstag

Meal Prep Week Anna im Backwahn

Für Donnerstag hatte ich ein Gericht geplant, das ich bisher nur auf Pinterest oder in amerikanischen Kochshows gesehen habe. Fajitas sind gefüllte Tortillafladen, in der Pfanne ausgebacken. Das wollte ich mal probieren. Die Tortillafladen sollten nicht größer sein als eure größte Pfanne, ist ja fast schon logisch, oder? Hierfür brauchen wir also folgende Zutaten aus dem Kühlschrank: Paprika, Tomaten, Oliven (für die Handhabung in Hälften geschnitten), Petersilie, Frühlingszwiebeln und Käse. Ich habe den ersten Fladen in eine Pfanne gelegt und diese erhitzt, dann kamen je wieder ein Esslöffel Zutaten drüber und eine gute Handvoll Käse. Am besten lässt sich die Fajita nachher drehen, wenn sich direkt am Rand eher Käse denn Füllung befindet. Sobald sich Hitze entwickelt, kommt der zweite Fladen oben drauf. Dann kurz den Deckel drauf und auf mittlerer Hitze den Käse schmelzen lassen. Ich habe das Ganze dann mit einem Pfannenwender und einer Gabel gewendet. Es kann sein, dass ein bißchen Füllung rauspurzelt. Die einfach wieder reinschieben. Dann kann man die Pfanne eigentlich schon ausschalten, weil die Resthitze den zweiten Fladen ausreichend brät. In der Zwischenzeit habe ich die Avocado halbiert und eine Hälfte heraus geholt; dann in einer Schüssel zerquetscht und mit 3 Esslöffeln Joghurt verrührt, dazu ein paar geschnittene Tomaten.  Noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und auf einen Teller gegeben. Die Fajita habe ich auf einem Brett mit einem Pizzaschneider in Viertel geschnitten und zur Avocadocreme gelegt. Und tadaa, ich habe nicht den Beilagensalat mit Gurke vergessen :-) Die Zubereitungszeit mit Avocadocreme und Salat war 15 Minuten, nur mit Joghurt als Dip ca. 10 Minuten. Das Schöne an diesem Gericht ist, dass man es theoretisch mit der Hand essen kann (könnte beim Salat auch wieder eine Sauerei ergeben).

Meal Prep Week Anna im Backwahn

Freitag

Meal Prep Week Anna im Backwahn

Am letzten Tag ist der Kühlschrank schon ziemlich leer. Da ich mittags so begeistert von der Fajita war, habe ich Herrn M. abends dazu gedrängt, sich doch auch noch eine zu machen. Und so war mein Kühlschrank am Freitag so richtig leer und ich habe ein “Was noch da war”-Omelette mit Kartoffel gemacht. Die habe ich klein geschnitten, durchgebraten, drei verquirlte Eier drüber gegeben und mit Tomate, Petersilie und Frühlingszwiebel getoppt. Wer noch übrig hat, kann die Kartoffel weg lassen, und dafür Mais, Paprika und Oliven drauf geben. Da ja noch eine halbe Avocado übrig war, habe ich die auch noch in Scheiben drüber gegeben und den Rest Joghurt drauf getan. Zubereitungszeit: 10-12 Minuten inklusive Kartoffel schälen. Danach waren noch Salat, Gurke, 1 Ei und Petersilie übrig. Das gab’s dann zum Abendessen.

Mein Fazit:

Ich habe an jedem Tag sehr lecker und ausreichend gegessen. Der Aufwand war, wie von mir berechnet, ein Mal groß und fünf Mal eher gering. Natürlich lässt sich das Ganze auch nur für drei Tage oä vorbereiten. Natürlich kann man die Auberginen auch durch Pilze ersetzen (wenn man die mag….). Die Gerichte sollen euch ja schmecken und zu euch passen. Wenn man die Gerichte als Mittagessen ins Büro mitnehmen möchte, kann man die Sachen auch am Tag vorher zubereiten und am nächsten Morgen mitnehmen. Selbst der grüne Salat würde einen halben Tag mit Soße gut vertragen.

Der einzige Knackpunkt bei mir war, dass ich das Timing mit Baby M.s Mittagsschlaf nicht immer hingekriegt hab und so manchmal recht lange gebraucht habe, um alles aufzuessen. Aber auch daran gewöhnt man sich als Muddi und freut sich dann, dass man länger was davon hat (ähem..).

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So, der Text ist nun doch sehr lang geworden. Aber vielleicht nimmt der eine oder andere von euch ein bißchen Inspiration für nächste oder übernächste Woche mit. Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen, wenn ihr was davon ausprobiert.